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Jüdischer Volksbote · 1911-09-01 · 18 (9.1911) · p. Seite 317

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
18 (9.1911)
Date
1911-09-01
Page
Seite 317 (sequence 15)
Language
German
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317 Entzückens. Ja, er fühlte es, um dieses Mädchens - willen, vermochte er das Höchste zu erstreben und zu. erreichen. Kalba Sabua aber sprach: „Ich verstehe und begreife Deine Schwärmerei,, die an Wahnsinn grenzt, nicht. Wie willst Du, törichtes Kind, beurteilen können, daß dieser unwissende Mann, einst ein großer Gelehrter wird werden! Daher ist esmeine Pflicht, für Dich zu denken und zu beschließen. Du Akiba, verläßt noch heute mein Haus, und Du, Rahel, verzichtest vollständig auf den Gedanken, dieses- Mannes Gattin zu werden. Ich aber werde nach Jabneh reisen und mir unter den Schülern des großen.' Rabbi Jochanan ben Sackai einen Schwiegersohn aussuchen." „D mein Vater", rief Rahel flehend die Hände ausstreckend, „ich habe diesem Manne da mein Wort gegeben, und ich werde es halten. Niemals werde ich. die Gattin eines Andern werden!" Kalba Sabua kannte seine Tochter und wußte, daß sie die Warheit sprach. Deßhalb übermannte ihn der Zorn und er rief: „So wisse denn, daß wenn Du Dich meinen Wünschen nicht fügst. Du aufgehört hast, meine Tochter zu sein. Wenn Du Dich diesem Bettler da an den Hals wirfst, so magst Du auch kosten, wie bitter der Kelch der Armut schmeckt. Höre mich und vernimm mein Gelöbnis: Keine Sesterze erhälst Du, von Allem, was mein ist. Nichts darfst Du mit aus meinem Hause nehmen, als die Kleider, die Du trägst. Dann magst Du mit dem Bettler betteln gehen und die Almosen an den Pforten mitleidiger Menschen erbitten. So wähle denn zwischen ihm und mir." „Mein Vater", sprach Rahel bekümmert, Gott ist mein Zeuge, daß es mich tief betrübt, Deinen Zorn erregt zu haben. Deine Reichtümer verschmerze ich leicht; Deine väterliche Liebe möchte ich nicht entbehren." „So bleibst Du bei Deinem Entschlüsse?" „Ich kann nicht anders". „So gehe mit diesem Manne; meine Tochter bist Du nicht mehr; meine väterliche Liebe hast Du verwirkt; genug, daß ich keinen Fluch ausspreche und auf Dein starrsinniges Haupt keine Verwünschungen lade." VI. In der kleinen Stadt Gimso, in der Nähe von Lydda, lebte und lehrte einer der bedeutendsten Gelehrten

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