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Jüdischer Volksbote · 1911-09-01 · 18 (9.1911) · p. Seite 315

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
18 (9.1911)
Date
1911-09-01
Page
Seite 315 (sequence 13)
Language
German
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315 und hat Dir Dinge vorgespiegelt, die gar nicht in dem Bereich der Möglichkeit gehören?" „Ich begreife recht wohl", antwortete Akiba, „daß. Dir das, was ich sage, als eine nicht zu rechtfertigende Kühnheit erscheinen muß, und nicht hätte ich es gewagt mit einer solchen Bitte vor Dich hinzutreten, wenn Deine Tochter es nicht verlangt hätte." Kalba Sabua öffnete die Türe des Gemaches und rief einem Diener zu, daß er seine Tochter Herbescheide. Es währte nicht lange, so erschien Rahel. Festen Schrittes ging sie auf ihren Vater zu, ergriff dessen Hand, küßte sie und sprach: „Du hast befohlen, mein Vater!" „Mein geliebtes Kind," sagte Kalba Sabua. „Du bist mir stets eine gehorsame und liebevolle Tochter gewesen; es hat bei Dir nie der Befehle und Verbote bedurft; meine Wünsche waren auch stets die Deinigen. Als Papus erschien und um Dich werben wollte, da gefiel er weder Dir noch mir, und ich schickte ihn fort ohne daß ich Dich erst befragt hätte; denn ich wußte, - daß Du nie seine Gattin hättest werden wollen." „Ich weiß es, mein Vater", antwortete Rahel. „Du warst stets so gütig und liebevoll gegen mich, daß es mir immer eine Freude war. Dir zu gehorchen". „Deshalb kann ich auch nicht glauben, mein Kind, was dieser Mann da spricht; er behauptet. Du habest ihn aufgefordert, bei mir, um Dich zu werben. Ich will nicht davon reden, daß er arm ist, und von heidnischer Abstammung; aber er ist ein Unwissender, und Du, meine Tochter, hattest doch immer den Wunsch, die Gattin eines .Mannes zu werden, der aus den lebendigen Quellen der heiligen Gotteslehre geschöpft hat". „Höre mich, mein Vater! Der Geist dieses Mannes ist kein gewöhnlicher. Akiba hat mir versprochen, alle seine Tage und seine Nächte der Erforschung der heiligen Gotteslehre zu weihen. Bei seinen Geistesgaben wird er die Großen Israels übertreffen und einer der Größten werden. Um ihn für die erhabene Aufgabe unsres Volkes zu gewinnen, habe ich mich ihm versprochen". „Törichtes Kind", sprach Kalba Sabua, „wird der Mann noch einzuholen vermögen, was der Knabe zu lernen versäumt hat? Und wenn, auch, meinst Du, er würde sein Versprechen erfüllen? Unter Dreien, sagt der weise König, erbebet die Erde, unter dem Knecht,, wenn er Herrscher wird. Um Deines Gutes willen

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