Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 16 (4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 277 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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277 Jede praktische Anregung zur Ausgestaltung der Institution wird von der Commission dankbar entgegengenommrn werden. HltJ8(li$d>e TrSmmigkeit. Btiträg« zur richtigen Würdigung des j ü d i Ich e n Mittelalters und des jüdischen neunzehnten Jahrhunderts. I. Das Buch der Fromme» (2m Kuszug.) Nach der im achten und neunten Jahrgang (1862/3) in der Zeitschrift »Jeschurunerschienenea Uebersetzung. IV. (Fortsetzung). 34 («,). *rm nijni Soj? o’jcn »boo nro pp sSa aus, — Besser eia Handvoll braven herabgekommenen Armen geben, als Händevoll nichtswürdigen Armen, die es auf schlechten Wegen verbringen. Darum bete Jeder zu Gott, daß er ihm brave Hilfsbedürftige bescheide, denen er mit seiner Wohltat wahrhaft wohl tue. — Oder: Besser eine Handvoll Almosen mit gutwilliger Freundlichkeit, als händevoll mit Unmut und Verdruß. — Oder: Es ist besser — wenn man nicht mehr kann — mit seinem Wenigen Einem gehörig zu helfen, als Fünfen zu geben, was ihnen wenig genüge. Wenn aber jeder der vorhandenen Armen auch von Andern bekommt, so ist es gut, daß man auch Jedem gebe. Auch der von Almosen erhaltene Arme hat Almosen zu geben und jeder, reich oder arm, soll wenigstens wöchentlich ein Bestimmtes nach seinen Kräften geben und sich damit als Diener Gottes zu bekennen, und könnte es auch nicht mehr, als ein Heller oder ein halber Heller sein. Was Einer giebt, ist eine Sühne für seine Seele, und jeder Heller addirt sich zu einer großen Summe. Wer aber nicht viel an Geld geben kann, suche um so mehr mit seinen persönlichen Kräften Gutes zu tun. Kein Vorsteher darf aber einen Arme» zu Armenkaffenbeiträgen anhalten. Wer dieses tut begeht einen Raub, raubt Diesem- und giebt es Jenem, 3b (48,8S). „Dem Manne Heil, der Gott fürchtet, an seinen Geboten die äußerste Freude findet!" Heil, so erläutern die Weisen, demjenigen Heil, der sich bessert, solange er noch Mann, in seiner männlichen Jugendkraft in der Stärke seiner Leidenschaften und Begierden ist und ihrer Meister wird! Der an seinen Geboten, und nicht an der Belohnung seiner Gebote seine Freude findet, wie gelehrt wird: Seid nicht wie um Lohn dienende Diener! Vielmehr habe der Mensch in seinem Sinn seinen Lohn schon längst empfangen. Denke er nur, wer gäbe, daß er mit allem Guten, dgs er übt, auch nur erst das Unrecht sühnen könnte, das. er sich, zu