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Jüdischer Volksbote · 1910-12-01 · 14 (12.1910) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
14 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 248 (sequence 20)
Language
German
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248 waren dazu eingeladen worden. Rahel, deren Mntter tot war, machte die Wirtin. Das Gespräch wendete sich bald dem großen Nationalunglücke zu. „Was soll aus Judäh werden", sprach Kalba Sabua seufzend, „da das Heiligtum unseres Gottes in Asche liegt! Die Besten und Eoelsten, die Fürsten und Priester, die Heerführer und Beamten sind getötet oder als Sclaven verkauft. Herzzereißende Berichte kommen uns zu von dem traurigen Geschicke unserer in die Fremde geführten Brüder und Schwestern. Vierhundert edle Jünglinge und vierhundert edle Jungfrauen, welche mach Rom geführt werden sollten, um den Lüsten der römischen Wollüstlinge zu dienen, haben es vorgezogen, den Tod in den Wellen des Meeres zu suchen und zu finden, Die Helden unseres Volkes müssen in Rom mit. den wilden Tieren kämpfen, um dem entmenschten- Pöbel ein blutiges Schauspiel zu geben. Wir in Judäa Zurückgebliebenen sind wehrlos 8er Gewalt des Römers preisgegeben. Wann wird das Ende unserer Leiden kommen?" „Wir selbst", sagte Papus, „haben alle diese Leiden verschuldet". „So ist es", sprach Horkinas, der Gutsnachbar des Hausherrn. „Gott hat uns gestraft um unserer Sünden willen". „Nicht also", entgegnete Papus. „Wenn ich sage, daß wir selbst unser Unglück verschuldet haben, so meine ich damtt, daß wir Unrecht daran tun, anders und mehr sein zu wollen als alle Völker der Erde. Villeicht ist die Zerstörung des Tempels in Jerusalem ein Glück für uns, wenn wir uns nunmehr entschließen, unsere Sonderhetten und Eigentümlichkeiten aufzugeben. Der jüdische Staat hat aufgehört zu existteren. Wir haben keinen König mehr und keinen Hohepriester. Deßhalb sollen wir uns bemühen, ganz aufzugehen in das große römische Weltreich". „Meinst Du", fragte Kalba Sabua, „daß wir Götzendiener werden sollten? l" (Fortsetzung folgt.) Irr halt: 1. wunder. — 2. vr. Bamberger. Weiterbildung. — 3. Denußmittel. - 4. Gedicht: Israel in der Verbannung. — 8. Altjüdisch« Frömmigkeit.—b. Abiba. Buchdruckerei Loui» Golde» Frankfurt a- M.

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