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Jüdischer Volksbote · 1910-10-01 · 13 (10.1910) · p. Seite 222

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
13 (10.1910)
Date
1910-10-01
Page
Seite 222 (sequence 12)
Language
German
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222 feit Bibelstelle). Aber wohlgemerkt nur für einzelne Stellen des Gebetes gilt diese Vorschrift. Die hier vorgeschlagene Agende wird zeigen, daß im Notfälle, wenn um keinen Preis Minjan zu beschaffen ist, eine Art gemeinsamen Gebetes trotzdem möglich ist.*) Nach diesen Vorbemerkungen folge nun eine kurz zusammengestellte Gottesdienstordnung für Gemeinden ohne Minjan, wozu wir bemerken, daß die Redaktion dieser Blätter bereit ist, etwaige Anfragen über die Quelle der Einzelvorschläge oder sonstige Bemerkungen dem Verfasser zu übermitteln^- L $ür Werktage. a. Morgengebet. Auch wo kein Minjan und ein angestellter pn nicht vorhanden ist. soll ein Gemeindemitglied vor den treten, welcher im Rahmen dieser Vorschriften die Funktion eines Borbeters erfüllt. Für den ersten Tell des MorgengebeteS (D^iy flltt bis ICN# ipij) gibt eS keine Aenderungen. Die Anwesenden sagen auf die vom Vorbeter vorgettagenen L11313 stet» ID# Tp-Ql Min ~Vl3 und sytt. ebenso auf die N1313 beim Anlegm von und sHyn. Auch im zweiten Tell llOttV bis N3N^) sage man auf daS vom Vorbeter laut vorgettagene inda» i«, jedoch k ein »v ins, ma in-, da man, sobald man einmal "am -p-a angefangen f)at. bis nach Schemone ESre nicht durch im, mn r« unterbrechen darf. In den Gemeinden, in denen es Sitte ist, die in diesem Telle enthaltenen Psalmen, abwechselnd zwischen Vorbeter und .Gemeinde zu reci« tteren, soll dies auch ohne Minjan geschehen. Auch auf aaar» sage die Gemeinde p*. Im dritten Teil (1313 bi» blO Wird 71120.1 '.1 r* ma und 'n im iyi chrfh insea ausgelassen und man fängt mit littIjfl’ NZ13 an und sagt bis C’pi^DQI, dann wiederholt der Vorbtter laut von Tjl^nn an und die Anwesenden sagen tfllj? und iDIpDD 'n 1133 7j1i3 laut mit dem Vorbeter, alle» andere leise. Auf lilllttyl 1XV wird jdm gesagt. Nach dem Wotte N31M3 und dem anschließenden jbm sagen Vorbeter und Gemeinde zusammen laut die drei Wotte und den Ver» yotf. Die Gemeinde muß auch daS wiederholen bezw. vorher sagen, waS der Vorbeter laut spttcht Der viette Tell (Schmone ESre) wird von allen gemeinsam leise gebetet und nicht wiederhoü. Au Tagen, für welche Piutim in die Wiederholung der Schmone ESre eingekügt find, werden diese Piutim nach der leisen Schmone ESre gesagt. Die bedeutendsten Veränderungen ergeben fich im 5. Tell. Zunächst wird daS Tachnun gesagt. In den Gemeinden, in denen eS Sitte ist, im Tachnun-Gebet *) Wenn grade noch neun Pettonen anwesend find, also nur einer zum Minjan fehlt, so wäre eine Möglichkeit gegeben, Minjan zu machen, über die sich die Gemeinden von Fall zu Fall bei ihrem Rabbiner befragen wollen. Kenner seien auf die Zusammenstellungen in piwrt 717 und in m mm* von was pnj Szegedin 1898 verwiesen.

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