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Jüdischer Volksbote · 1910-04-01 · 10 (4.1910) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1910
Issue
10 (4.1910)
Date
1910-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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!" ">I Organ der Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der Zreien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Frankfurtfa. M., Nissan 5670 No. 10. dilti!,! Gttjcthu. Keines unserer Feste erfordert eine so vielseitige Vorbereitung wie das Pesachfest. Von der tiefsten Kellerluke bis zum höchsten Gibelfirst wird das ganze Haus in den Stand gesetzt für die Stunde, in welcher der König aller Könige seinen Einzug hält in die jüdischen Häuser, um seine Herrlichkeit über alle ihre' Insassen erstrahlen zu lassen. Alles drängt und treibt, um* jede Spur von Gährstoff aus unserem Besitz, aus jeder Fuge und Ritze zu beseitigen, und das ungegorene Brod zu beschaffen, wie es einst die Väter aßen. Von Tag zu Tag steigert sich die rastlose Hast und erreicht ihren Höhepunkt am Rüsttag zum Feste, am Erew Peßach, der die letzte Spur von Chomez aus unserem Besitz und Genuß weist, um dann die Vorbereitungen für die Festtafel zu treffen, die zum Empfang der einziehenden Gottesherrlichkeit in jedem Hause prangt. Alles jagt und rennt und glüht und brennt, um sein Scherflein zum würdigen Empfange des Festes beizutragen. Die Pokale, die Kräuter, die Tunken nnd alle übrigen Festsymbole werden hergerichtet, und die emsige Rastlosigkeit, mit der sich alles vollzieht, verleiht dem Erew Peßach sein eigentümliches Gepräge der drängenden Eile, mit der einst die Ahnen um diese Stunde vor Jahrtausenden aus der Knechtschaft in die Freiheit zogen. Dieser siwn-Charakter des Erew Peßach scheint wie durch einen Zauber verschwunden und in sein Gegenteil verwandelt, ivenn er, wie dieses Jahr, auf einen Schabbos fällt. Keine Spurvon der drängendes Hast, die diesem Tage sonst eigen ist. Wie der Schab-

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