Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 8 (12.1909)
- Date
- 1909-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1 a Blätter piiPÖEPung dklgeißigkn n. wil-tslhsDllhkn Intkkkjskn dkljüdislhkn ^slidbkllölhel-ling i-ums gMW IU 8. Frankfurt a. M., Kislew-Teweth 5670 — Dezember 1909 tkmw. Vorüber sind die Chanukkatage mit ihrem freudigen Gesang, mit ihren Lichtlein, deren Strahlen nicht nur die Häuser Israels erhellen, sondern auch unsere Gemüter erheben und erfreuen, die uns die Zeit eines Aufschwungs unseres Volkes vor die Seele führen, wie nur wenige Perioden unserer Geschichte ihn zeigen; — der Monat Teweth beginnt. Es sind wohl die letzten Chanukkatage, die ihn einleiten, aber er trägt doch schon einen anderen Charakter, es ist ein anderes Moment, das ihm sein Gepräge gibt; es ist der 'Ttpyn mit, „der Fasttag des zehnten". Kaum eine Woche nach dem Feste treten die Erinnerungen des Fasttages uns vor Augen, und umsomehr empfinden wir den Gegensatz: dort das Andenken an eine Zeit äußerer und innerer Erhebung, eine Zeit, in welcher die Begeisterung für den Gottesglauben und für die Thora die Söhne Israels zu den ruhmvollsten Taten^befähigte, und hier die düsteren Schatten des Untergangs von Staat und Heiligtum, der Belagerung der heiligen Stadt durch den babylonischen Eroberer. Aber der glaubenstreue Jude, der von dem Walten des allmächtigen Gottes in der Geschichte überzeugt ist, soll aus allen Erinnerungen, die das Jahr in seinem Wechsel uns bietet, Belehrung schöpfen, aus den freudigen ebenso wie aus den traurigen. Und gerade die Gegenüberstellung der Perioden des Aufschwungs und des Niedergangs zeigt üns am wirksamsten, welche Momente Israel erhalten und welche zu seinem Untergange führen. Was lehrt uns Chanukka?