Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 6 (8.1909)
- Date
- 1909-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Wunde meines Herzens fing von die .Herr ihrer Person und Zeit Unabänderlichen schon abgefunden, —- die neuem, zu bluten an. So viele Menschen, sind, sie standen noch in ihren Bnreans, «n auch am Schabbos die Fäden ihrer Geschäftsverbindungen immer weiter und weiter über Land und Meer zu werfen, — sie konnten ihren Schabbgs halten, — aber ich — — — — — — — Wir waren längst in det Kaserne augelangt, — ich aber war in Gedanken zu Hause. Ich sah meinen Vater mit dem Talles unter dem Arme der Synagoge zueilend. Meine Mutter hatte unterdessen das Letzte für den Schabbos vollendet, — dann stand sie die Hände gegen die Lichter ausgebreitet da. Ein sorgenvergefsendes Lächeln strahlt ans ihrem Gesicht, auf das sich eine sabbatliche Rühe gelagert hat ...... Zur Beschäftignngsstnude tönt es im Korridor! Mit dem Drilchanzug ausgerüstet, wandre ich der „Korporalschaftsstube" zu, wo schon mehrere. Kameraden mit dem „Einnäheu der Namen" beschäftigt waren. Jetzt, am Schabbos sollte ich nähen. Mit jedem Nadelstich stach ich mir ins Herz. I» Gedanken war ich in der Synagoge und hörte L'cho daudi »nd hörte w'eschomrn — — — — —. Ich folgte meinen Angehörigen in das Haus. Meines Vaters Stirne, auf welche die Sorge ihre tiefen Furchen gezogen, war auch heute, wie an jeden, Sabbat, geglättet. Meine Geschwister neigten das Haupt, auf das sich der Eltern Hände segnend gelegt — —. — — die erste Träne stahl sich mir unter den Wimpern hervor. — Ich hörte den Kiddnich aus weiter Ferne wie! ein bekanntes Echo zu mir tönen. — Ich sah meine Angehörigen in den, Wohnzimmer versammelt', über welchem die Engel des Friedens schwebtest. Lebendig sah ich vor meinen Auge», wie alles sich an den Tisch begibt znm Abendbrot. - - Die Beschäfliguiigsstunde war zu Ende. Als sei! ich auf eine fremde, wüste Insel verschlagen, stand ich da. Ich mußte gleiehfühlende, gleichleidende Kameraden aufsuchen, — ich fand sie nicht. Wohl gab es außer mir noch 3 Jude» in der Compagnie. Sie rauchten gemütlich ihre Zigarre, sie hatten ihre» Freitagabend, ihren Schabbos vergessen. Sie segelten schon unter der Flaggedaß sie „Soldaten" seien — und dieses Wort hebe alle religiösen Schranken auf. — Auf meiner Stube war es teerj Die Kameraden waren in der Kantine. Ich betete „Maariw" und sang „Semiraus". In meiner Einsamkeit umflutete mich der holde Zauber des Freitagabend mit doppelter Stärke. So viele Monate sollte ich ihn Es waren Tränen des Kummers, — es — es waren auch Tränen der Freude, fest zu halten an der Religion, wie ein entbehren. Ich mußte weinen, war ein Erguß meiner Traurigkeit, Es waren Träne», die gelobten, Ertrinkender am Strohhalm. — Wir teilen den verehrlichen Mitgliedern, die um Uebersendung von Lhalloh-Geldbüchsen gebeten hatten, ergebenst mit, daß wir infolge der außerordentlich starken Nachfrage ein größeres Quantum Sammelbüchsen bestellen mußten, deren Anfertigung und Lieferung noch' einige Wochen in Anspruch nehmen wird. Die Zustellung der Büchsen wird alsdann prompt erfolgen.