Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 5 (5.1909)
- Date
- 1909-05-01
- Page
- Seite 86 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 8 fi — Das Kind aber vergaß nie ^rid nimmer, was der Bater um feinet willen getan. Und wie der Tag seiner Genesung wiederkehrte und die Nacht anbrach, die ihm zuvorging, so wachte es die ganze Nacht' hindurch und dachte des Vaters und betete. — In Mizrajim lag Israel krank und lag darnieder Jahr um Jahr. Gott aber heilte sie, am Berge Sinai gab Er ihnen sein ewiges Gesetz, das ihnen Heilung für alle Wunden ist und Beistand für alle Fährnisse.— Der Midrasch erzählt, daß Gott die Nacht, die Mattan Tauroh voranging, gleichsam wachend verbracht habe. Er habe auf Israel gewartet, auf sein Kind und in der Frühe des Morgens brachte Er ihnen seine Heilesbotschaft. — sind aus Dankbarkeit soll Israel diese stacht nicht verschlafen, wachend und betend soll es der Morgendämmerung entgegensehen und dann aus seiner Tauroh die Botschaft der Aseres Hadiberaus hören — darum lernen-wir, schloß der Lehrer, in der ersten Schwuaus-Nacht und wer das Lernen verspottet, der zeigt damit, daß er seinen Vater im Himmel vergessen hat, der ihm beisteht zu jeder Zeit". — Die jungen Leute waren still geworden die Witze waren verstummt und beschämt schlichen sie nun zur Tür hinaus. — Und der alte Lehrer setzte sich wieder und lernte und lernte, bis der erste Strahl der Morgenröte in Schwuansfestes. Tiirst Fürst Monebaz sab einst sein Land von Hungersnot betroffen. Da machte ohne Zögern er die Vorratskammern offen, Und ließ, um seine? Volkes Not nach Möglichkeit zu heilen, Im ganzen Lande Geld nnd Brot an Dürftige verteilen, Drum zürnten nun die Seinen ihm und nannten es Verschwendung, Daß er dem reichen Ahnenschav gegeben solch Verwendung- Doch kehrt daran der Fürst sich nicht und lieh mit vollen Händen So lange Not nnd Elend herrscht, aus seinem Schatze spenden. s Was gilt mir alles Erdcugut, was Menschenhände sammeln. Wo bleibt es oft, und ivcnn wir es auch noch so fest verrammeln? Was meine Ahnen angchänft, gilt nur für Erdenzeiten, Ich streue ans und tausche Gut dafür für Ewigkeiten! •) Aus .Ewige Weisheit-, Spruchpoest« de, Talmud, von Mar Weinberg, Verlag von Dtto Hendel, Halle a. d. Saale, das Zimmer fiel — der Morgenröte des Monrbar.)