Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Volksbote · 1909-05-01 · 5 (5.1909) · p. Seite 81

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
5 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
Seite 81 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4903180-5965935-5965954--114-4903284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

81 gegangen. Der Geist der Zeit hat sie fortgcweht von der Weltei lbühne. Israel aber besteht noch immer und grünt und blüht einer schönen Zukunft entgegen, nrnn minn sSs 13S istr: nnyi, Und doch blieb UNS nur diese Thora übrig, der zu Ehren wir uns in festlicher Stimmung hier befinden. Und wir dürfen nie aufhören, Träger des Gesetzes zu sei». Schon am Sinai wurde der min als Angebinde die Verheißung mitgegeben: min apy nSnp wma wo liS nrj, sie soll das Erbteil der Gemeinde Jakobs bleiben für und für. Sehet, meine Liebe», auf euren Lebens gang: bei den einzelne» Stationen steht die .min Wacht. Schon an der Wiege des neugeborenen Kindes gibt man dem Wunsch, der Hoffnung Aus druck, es großzuziehen a'yaSi NsinSi min*?, zur Thoragelehrsamkeit, zur häuslichen Selbständigkeit und zu guten -Wandlungen, dem schönen Dreiklang des jüdischen Pflichtenlebens. Und ist das schwache Händchen kaum z» de» ersten Kräften erstarkt, dann reicht, es nach altflnnigem Branche die. „Wimpel" zur min hin und bekundet so auch ohne Worte, das treue Festhalten am _ Gottesgesetze. Das Alter der religiösen Großjährigkeit läßt den Knaben zum ersten Male in öffentlicher Gemeinde den Segensspruch über die Thora sprechen und dafür danken, 'lai p:i cayn S:a’ i;a 'na *rs. daß Gott uns von allen Nationen erkor, indem er 1ms seine min gab. Und gründet der Jüngling sein Hans, dann weiht er die Gattin sich Srma"i ntra m:, nach dein „Gesetze Mosche's und Israels." Eine Priesterin soll sie werden seinem Zelt, er selbst ein Priester darin. Thoraworte in der nnia schmücken und weihen das jüdische Hans, Thoraworte in den i'S'dn zieren Kopf und Arm, weihen Gedanke und Tat dem Erhabenen und stieincu! Und endlich, geht unser Erdenwallen seinem Ende entgegen. steht der trau crnde Sohn tiefbetrübt an der Bahre des teuren Vaters, der lieben Mutter, dann sucht und findet er wiederum die reichste Quelle des Trostes in der mm. Selbst in religiös indifferenten Kreisen hält man »och auf de» Thoraabschnitt zum Seelenheil der Heimgegangenen, ans den "lynr, und betet 'Ui jinraSn Syi j:an Syi Sx~U>' Sy, für Israel und seine Gesetzeslehrer, für deren Schüler und Nachfolger. — Meine w. Andächtigen! Ich habe in flüchtigen Zügen Ihnen manches aus dem jüdischen Leben vorgeführk zum Beweise, wie sehr letzteres auf dem goldnen Grunde der mm basiert. Doch nicht nur in einzelnen gehobenen Momenten unseres Lebens mögen wir uns der mm erinnern, sie sei unser Lebcnsprinzip'). Und wenn heute in unserer Mitte ein Knabe zum ersten Male den Segenssprnch über die Thora vollzieht, wenn er so einen, pflichtenreichen Voten sich zn weihen verspricht, so lasset »ns-Erwachsene mit ihm hintretcn und von neuem - uns weihen der heiligen mm! Merket cs und beherzigt *) ES wurde zufällig an diesem Sabbath auch ein Knabe -o.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.