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Jüdischer Volksbote · 1909-05-01 · 5 (5.1909) · p. Seite 76

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
5 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
Seite 76 (sequence 8)
Language
German
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2. Die schwarze Farbe der Tefillin ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben und zwar nicht nur so lange sie neu find, sondern für alle Zeit des Gebrauchs. Für Zizis ist die weitze Farbe Vorschrift. Unkenntnis und Gleichgiltigkeit haben aber dazu geführt, daß die Lenllin vielfach im Laufe der Jahre weiß und die ZiziS schwarz werden. Sobald man daher merkt, daß die Gehäuse oder die Riemen der Tefillin ihre schwarze Farbe verlieren, so find sie durch einen zuverläffigen ->°- neu zu schwärzen. Wenn die Ecken der Gehäuse durch Abscheuern der Farbe weiß zu werden anfangen, so kommt eS oft vor, daß sie sich als. gelöchert erweisen- In diesem Falle genügt nicht das neue Aufträgen schwarzer Farbe, sondern die Gehäuse selbst sind durch neue zu ersetzen. Wenn Tefillin auch ursprünglich ganz der Vorschrift gemäß hergestellt waren, so können sie doch im Laufe der Zeit untauglich werden durch Erblasien der Schrift besonders bei kleinen Tefillin, deren Buchstaben klein und dünn zu sein pflegen, und durch sonstige Abnützung beim täglichen Gebrauch Dian läßt daher die Tefillin zweimal im Laufe von sieben Jahren von einem zuverlässigen Sofer Nachsehen- Sind die Tefillin ins Waffer gefallen oder sonst beschädigt worden, so müst'en sie sofort durchgesehen werden. 3. Der Ort, an dem die Haud-Tefillin anznlcgen sind befindet sich oberhalb des linken Ellenbogens an der erhöhten Stelle des Oberarmes auf der sogenannten Beugemuskel. — Bei den Kopf-T efillin ist darauf zu achten, daß das Gehäuse niemals auf der Stirne sitzen darf, sondern da wo die Haarwurzeln beginnen bis zu der Stelle des Kopfes, die bei Kindern noch weich ist. Sitzt das Gehäuse auch nur zum Teil aus der Stirne, so hat man die Tefillin-Pflicht nicht erfüllt und die darüber gesprochene Brocho bedeutet ein verbotenes Anssprechen des Gottesnamens. Auch ist darauf zu achten, daß die Kopf-Tefillin in der Mitte des Kopfes sitzen, nicht seitwärts, weil dies die eigentliche Stelle «zwischen den Augen' ist, welche die Thora vorschreibt. Der Knoten der Kopf-Tefillin soll am Hiuterkopf, oberhalb der Nackengrube, auf der dem Angesicht entgegengesetzten Stelle aufliegen. 4. Eigentlich sollten wir — außer SchabboS und Jomtof — den ganzen Tag Tefillin an unserem Körper tragen- Aber da wir uns die Sauberkeit des Körpers, und die Lauterkeit der Gesinnung, die die Tefillin erfordern, für den ganzen Tag nicht zutrauen können, legen wir sie nur während des Morgengebets. Tefillin dürfen am Morgen nicht früher angelegt werden, als bis eS so hell ist, daß man einen Bekannten in der Entfernung von etwas mehr als zwei Metern erkennen kann; eine Bestimmung, die von Leuten die in früher Morgenstunde auf die Reise gehen oder' sonstiger Beschäftigung nachgehen oft außer Acht gelaffen wird- Wer vor dieser Zeit Tefillin anlegt hat die Mizwo nicht erfüllt. Es ist jedoch gestattet vor Antritt einer Reise Tefillin zu Hause anzulegen, auch wenn >8 noch Nacht ist, ohne Brocho darüber zu sprechen. Man berührt dann die Tefillin sobald der Tag angebrochen ist und spricht dann die Brocho. Doch ist sorgfältig darauf zu achten, daß man auf der Reise nicht einschläft, da auch der kürzeste Schlaf untersagt ist, so lange man Tefillin am Körper trägt-

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