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Jüdischer Volksbote · 1909-04-01 · 4 (4.1909) · p. Seite 67

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1909
Issue
4 (4.1909)
Date
1909-04-01
Page
Seite 67 (sequence 17)
Language
German
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67 Apolog. Zentralstelle unb begründete die Wichtigkeit dieser Neuschöpfungen. Er ist in Aussicht genommen, häufiger Sitzungen der Ortsgruppe stattfinden zu lasten. Ingweiler. (Elsaß). In dem vollbesetzten Saale des Hotel Wormser sprach auf Einladung der hiesigen Ortsgruppe der .Freien Bereinigung" Herr Dr. med. Haußmann aus Straßburg über die .Medizin des Talmuds*. Die Mitglieder der Ortsgruppe und de« Literaturvereins, letztere zum Teil mit ihren Damen, »varen in großer Anzahl erschienen. DaS Publikum folgte dem sehr interefianten und gemeinverständlich gehaltenen Vortrag mit großem Jnteresie und spendete dem liebenswürdigen Redner am Schlnfie seiner einstündigen Ausführungen lebhaften Beifall. Namens der Ortsgruppe dankte Herr Loeb dem Referenten und erläuterte dann an der Hand des Jahresberichtes die edlen Bestrebungen und Ziele der „Freien Vereinigung*. Der Abend hat auch bei sonst indifferenten Leuten, wie auK Unter Haltungen zu constatieren war, Anerkennung und Begeisterung geweckt und den Jn- - tereffen deS überlieferten Judentums reiche Förderung gebracht. Khrweller tRheinprovinz). Am 20. Febr. hielt die hiesige Ortsgruppe der „Freien Bereinigung für die Jntereffen deS orthodoxen Judentums" ihre Monatsversammlung ab. Zu derselben waren nicht nur die Gcmeindemitglieder von Ahrweiler, sondern auch sehr viele Teilnehmer aus der Nachbargemeinde Neuenahr erschienen, so daß daS Versammlungslokal überfüllt war. Herr Referendar I. Kahn auS Köln sprach in vortrefflicher Weise über „die Wissenschaft deS Judentums in den letzten 100 Jahren". In leicht verständlicher Sprache zeigte er wie insbesondere die Anhänger der Reform alles Jüdische als »Glauben* negierten, um dafür etwas audercS nämlich das, was die Wissenschaft lehrte und mochte eS auch noch so wenig bewiese» sein, als Lebensmaximen anzunehmen. So wurde die EntwickelungSlehre Darwins lange Zeit als Quelle aller Wahrheit an' erkannt. In meisterhafter Weise legt« der Redner den Zuhörern Darwins EntwickeluugSlehre dar, zeigte dann wie im Laufe der Zeit die exakte Wiffenschast durch Experimente nachwieS, daß auch diese Lehre, die anfangs als absolut wahr und unwiderlegbar galt, eitler gründlichen Revision unterzogen werden mußte. Im Anschluß daran ging der Vortragende auf das bevorstehende Purimfcst ein, zeigte an der Hand der Geschichte diese» Festes, wie die Juden der damaligen Zeit durch einmütiges religiöses Zusammenhalten auf solch' wunderbare Weise gerettet wurden. Es war ein glänzender Beweis des tatsächlichen Eingreifens Gottes in die Geschichte seine« Volkes. Wir sollen daraus lernen, daß die Geschichte nicht bloß ein« Summe von Tatsachen ist» die mechanisch sich aneinanderreihen, sondern daß alle geschichtliche» Ereigniffe auf eine allgütige und allweise Vorsehung zurückzuführen sind. Auch dieser Vortrag wurde so begeistert ausgenommen, daß aus der Mitte der Versammlung heraus die Bitte gestellt wurde, der Herr Referendar Kahn möge allsabbatlich einen Vortrag in der Ortsgruppe der „Freien Vereinigung* halten. Hachenburg (Westerwald). In der gestern Abend stattgehabten geselligen Zusammenkunft unsrer Ortsgruppe, der fast sämtliche Gemeindemitglieder beiwohnten, berichtete Herr Lehrer NeuhanS über di« Tättgkeit der „Freien Vereinigung* und fand mit seinen Ausführungen lebhaftes Jntereffe bei allen Anwesenden- Es wurde der Beschluß gefaßt, einen sabbatlichcn Schinr abzuhalten, wozu die Bücher von

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