Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 3 (1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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hier sitzen, die Sache einmal ansehen und erklären lassen. Und was die übrigen Wohnungsverhältnisse betrifft, so befindet Ihr Euch in Eurem geräumigen Hause hier, das Ihr nach Eurem Bedürfnisse und Geschmack gestaltet habt, doch viel wohler und ungezwungener, als in einer Mietskaserne, wo Ihr weiter nichts seid als Mitbezahler der Hypothekenzinsen, und wo Ihr jahrelang mit dem Hausbesitzer zu kämpfen habt, bis er Euch etwas machen läßt. Ich könnte verschiedene Liedchen von den Leiden und Schmerzen eines Mieters singen. Und endlich die gute Luft und die Ruhe, die Ihr habt, und wie cs scheint, nicht in Anschlag bringet, während der Städter für nur vier Wochen solchen Genusses Tausende auszugeben direkt gezwungen ist in der Sommerfrische. Wie gut haben, es nur die kleinen Kinder und deren Mütter hier auf dem Lande. Kaum verstehen sie das Gehen, so könnt Ihr sie ruhig und sicher auf der Straße herumlaufen lassen, wo sie sich den ganzen Tag mit ihren Jugendgenossen tummeln können. In der Stadt sind die armen Wesen nur auf das enge Zimmer oder den dumpfen, halbdnnklen Korridor angewiesen, sehen bleich aus, sind blutarm infolge Mangels an Luft und infolge des Mangels an Milch, die man blos für teures Geld und dennoch nicht so frisch erhalten kann. Nur alle paar Tage kommen in der Stadt die Kinder auf 1—2 Stunden in die „Anlagen" und da bedarf es umständlichen Anziehens und Herrichtens, bis die „Puppen" arrangiert sind für die Augen der kritischen Beobachter. Und auf den Spaziergängen müssen die armen Kleinen fein sittsam sich an der Hand fiihre» lassen, denn überall saust .die Elektrische" vorbei und müssen sich Zwang antu», um als „Musterkinder" zu erscheinen und haben keine Gesellschaft an andern Kindern, denn alles steht ihnen fremd gegenüber. Auf dem Lande aber können sie sich frei umhertummeln, dort herrscht Ungezwungenheit, »nd recht kindlicher Sinn und gesunde Kinderlust behalten die Oberhand: da sind die Kinder daun auch nicht so altklug wie in der Stadt »nd wenn sie erwachsen sind, sind sie körperlich und seelisch robuster und ausdauernder". Herr Levi mußte dies alles zugeben. Da erhob sich der Freund ans der Stadt und sagte: Nun ists aber spät geworden, morgen ist wieder ein Tag. Ich muß morgen einen Abstecher in die Umgebung machen, und abends wollen wir über dieses Kapitel ein Weiteres sprechen. vriefkaften. Herr» Lehrer Frank Alsbach! Auf Ihre w. Bemerkung an die „Freie Vereinigung" hat „Tante Sara" die Amira leveis jaakauv Kap. V. nachgclesen, aber in ihrer Ausgabe (8. Stuft. 5661) nirgends gefunden, „daß die Leber nicht gewässert werden dürste"; — Gegenteil § 2 des Kap. V sagt ausdrücklich: „Man spült vor allem die Leber 'mit Wasser ab, um das an deren Außenseite sich befindende Blut zu entfernen". Run ist aber die nnin des p gleich unserem „Wässern." — Was den i"' best, so werden Sic im j"; jo* im asm vu Anmerkung 17 am Schlüsse finden, mp w »u «mci vro. Es dürste darum Recht behalten. „Tante Sarah."