Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1909
- Issue
- 3 (1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Uo 3 Frankfurt a. M., Tchwat 5669 — November 1909 Blätter ^likilkl-ung dkk gkiDgkn u. iMtslhsstlilhkn Intkkkjskn dkljildisihkn üsiidbkoöl^kl'llng. ÜIJiiN i« Ulintertage auf dem Lande.? Die Chanuka-Tage, von denen ich in der Kislew-Nummer des „Indischen Volksboten' erzählte, waren schnell vvrbeigegange», die kleinen Lichtchen schnell erloschen, und das Trendelchen fiir ein Jahr wieder beiseite gelegt — aber der Winter war erst dann zn seinem Rechte gekommen. Die langen Freitag-Abende und die kurzen Schaboßaus, die gemütlichen Abendstunden in warmen Stuben, während draußen der Schnee seine kühnsten Tänze tanzte, und der Frost seine eisige Hand gegen die Scheiben drückte, die Bücher und Zeitungen, die ganz anders wie im Sommer gelesen wurden und vor allem die Schiurim, die mit ihrem friedlichen Zauber das stille Leben des Winters freundlich verklärten. Der Winter ans dem Lande. — — — Die Freitag-Abende - sie sind ja überall schön, und was sie den jüdischen Häusern, und den jüdischen Herzen geben, das hat noch kein Dichter restlos zu sagen gewußt, das hat noch kein Sänger besungen, weil es nur erlebt werden kann — aber in dem verschneiten Dörfchen des deutschen Nordens waren sie es in ganz besonderem Maße. Auf der Straße draußen war es lautlos still, denn der Schnee hatte über Wege und Stege seine» weißen Mantel gebreitet, und drinnen im Zimmer war es nicht minder stille. Bei dem Schein der Lampe, deren Licht durch die silbernen Schabboslenchter verstärkt ward, saßen sie alle über den Tisch gebeugt und lasen und lernten. Es gab ja des Schönen so viel, daß die langen Stunden nicht einmal dazu ausreichten. Aus dem Nebenimmer klangen die wohlbekannten Neginans der Sidra ,oder nicht minder