Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1908
- Issue
- 2 (11.1908)
- Date
- 1908-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Blätter J%öwiuig öpp ZkißiZkn n. roii*: AntePksskn dkp pifitpn Banii&eüiipptitig. Uo 2 Frankfurt a. M., Kislew 5669 — November 1908 i'tai'iM WM Mm ■W ÜiiPi MMS Cbanuha. Es sind jetzt etwa 2000 Jahre dahin gegangen, seitdem sich die Geschichte des jüngsten unserer Feste — die Chanukageschichte— zugetragen hat. Wir lebten damals noch' vereint im heiligen Lande, aber die politische Selbständigkeit Israels hatte längst aufgehört. Das heilige Land war eine Provinz Syriens geivorden und unterstand der Oberhoheit des syrischen Fürsten Antiochus Epiphanes. Dieser hatte es darauf abgesehen, unser Allerhciligstes, unser höchstes Gut, die Thora uns zu entreißen und die Erfüllung ihrer Lebenspflichten zu verbieten. Die Feier des - Sabbat, die Einführung der Heranwachsenden Generation in den Abrahamsbund wurde bei Todesstrafe verboten und die Einführung des heidnischen Götzendienstes sowie die Entweihung des reinen jüdischen Familien- lebens sollte mit Gewalt erzwungen werden. Durch Drohungen und Verfolgungen waren schon viele ihrem alten Heiligtum abwendig gemacht und dem Götzentum in die Arme getrieben worden. Die großen Städte des Landes und vor allem Jerusalem schienen für die Gottessachc verloreii. In hellen Hausen gingen sie zu den Feinden ihres Volkes, zu ihren Sitten und Unsitten über und sagten sich von dem alten Thoraheiligtume los. Das Gottcslicht der Thora schien in den jüdischen Reihen zu verlöschen. Ta erstand ihm seine Rettung und Erhaltung aus der Landbevölkerung, die den Reizen der Verführung und den Schreckender Todesdrohungen einen mannhafteren Widerstand entgegen setzte, als die entarteten 'Brüder. In einem kleinen Städtchen, in Modin bei Jerusalem, flammte der alte Pätcrgeist in einer einzigen Kohanim-