Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 1/2 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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4 tretenden engen Beziehungen rum Pentateuch• kommentar zu priifcr. Heute gestatten wir uns, unseren Lesern einen Aufsatz zu überreichen, der in diesem Band concepiert aufbewahrt ist. \uch nur oberflüch• liehe Kenner des ״Jeschurun־ werden in ihm einen Jeschurun-Aufsatz aus der Emdener Zeit (er trügt das Datum 23 Okt. 1S43) genießen. Wir bemerken noch, daß der Aufsatz nur flüchtig hingeworfen, die Schrift sehr unleserlich ist, und daher unsere Wiedergabe bei aller Vorsicht und Mühewaltung stellenweise nicht frei von lrrtümern sein dürfte _ J. Br. Wenn irgend Menschen sich ihrer Stellung in jeder Zeit bewußt sein sollten, wenn irgend Menschen mit Bewußtsein die Aufgabe lösen sollten, die ihnen auf Erden angewiesen, wahrlich die Söhne des jüdischen Volkes sollten solchen Bewußtseins sich erfreuen Wenn irgend ein Mensch fas! unwandelbar seinen Weg auf Erden vollbringen, über die Ereignisse der Zeit stehen, vor nichts erstaunen und nichts fürchten sollte, wenn irgend ein Mensch den Kompaß seines Lebens im eigenen Busen tragen und seine Grundsätze und Handlungen nicht ein Spielball der wechselnden Zeitgcstaltungen sein lassen sollte, wenn irgend ein Mensch mit jedem Wechsel der Zeiten nicht die Aufgabe, sondern nur die Art der Lösung, nicht das Lebensthema, sondern nur die Bühne verändert sehen sollte, wahrlich, vom Juden wäre es zu erwarten. Wem also wie dem Juden hat der ewige Vater der Zeiten selbst das Buch seiner Wanderung gereicht, hat ihm die Kunde seiner Vergangenheit, die Enthüllung seiner Zukunft, die Aufgabe seiner Gegenwart in Händen gegeben, daß er mit klarem, hellen Blick •einen Lebensweg vollbringen sollte. Wer also wie das jüdische Volk wird zu ganz bestimmten Aufgaben vom ewigen Vater der Menschen in den Kreis der Volker cingeführt, ward so ganz eigentlich für diese Aufgaben geschaffen, gebildet, erzogen, und wessen Geschick also wie seines von der Lösung dieser Aufgaben bedingt' Wer endlich also wie das jüdische Volk sollte in vielen tausendjährigen Prüfungen gestählt und er• graut, in Erfahrungen der Jahrhunderte weise und besonnen dastehen, ohne Leichtsinn, ohne Schwindel, ohne Taumel, ohne Schwanken. — Wer also wie das jüdische Volk hat in seinen tausend;ihrigen Vergangenheiten Männer aufzuweisen, die den schwersten Zeiten genügt, die mit fester Weisheit ihre Brüder mitten durch die Brandung der Zeit führten, und da wo das blöde Auge der L'ncrlcuchtctcn nur Schilf!vueh und Untergang sah, nur die kreisenden {kburtswehen einer schöneren Zukunft schauten und für diese Zukunft wirkten und dieser Zukunft die Gegenwart siegreich zu• führten ( - Wer ulso wie das ludische Volk hat den Mut und die Fcstigket und die Kraft und die geschichtliche Starke in vergangener Zeit bewährt ‘ Und jetzt ‘ Und in der Gegenwart/ Sieh die Spuren unseres Denkens und Fürchtens in den flüchtigen Blättern unseres Tags, verfolge sie in den Werken ruh gen schreitenden Gedankens (rag nach den Grundsätzen in den H-tten der Familien, auf