Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 11/12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/4900572-5964867-5964980--2603-4903100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I וווי /e!tlnM. geleitet werden. Dr. Breuer verweigerte nun die Vornahme der Trauung, obwohl fich inzwjfchen die Familien des Brautpaars in Afchaffenburg zur Hochzeit eingefunden hatten. Die Beftürzung der Beteiligten war grob. Doch wenn die Not am größten ift. ift - Rabbiner Dr. Italiener in Darmftadt am nächften. Er kam, fah und - traute. Oha« sich vorher mit den! zuständigen Ortsrahhiner in Ascliairenhurg in Verbindung gesetzt zu halten, ohne es der Mlihe wert zu halten, in eine Klärung der Angelegenheit aut Orund der Dokumente. die ihm gar nicht verlageil, üher haupt nur eiuzutreten. ftilti• Herr llr. Italiener von Darmstidt nach Asehnffenhurg. um hier die religiöse Traunng einer Kriegswitwe mit Hinznziehung von zwei Asrhnffeuhurger Herren, denen die religiöse (fualitlkation als Trauzeugen vollkommen fehlt, vorzu nehmen. Dieter Vorgang beweift wieder einmal, welch eine verderbliche und erbärmliche Lüge die Phrafe von der Einheit des deutfchen judentums ift, folange ein Mann wie Italiener, deffen religiöfe Gemeingefährlidikeit für jeden Kenner des jüdifchen Ehegefetzes auher jedem Zweifel fteht, den Anfpruch erheben dart, als Rabbiner anerkannt zu werden, und wie nötig es ift, die Erklärung der gefetzestreuen Rabbiner gegen die ״Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum" der jüdifchen Öffentlichkeit wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Die wichtigften Sätze dieler Erklärung lauten: I Religiös•• hnlsrheiduogeii und Autorisationen liberaler lUliliiner hatten keinen Anspruch auf!Willigkeit - Kill Zusammenwirken des iiberlielerten 11 ml des liheraleu .ludeutums in religiösen Hingen ist nicht deckbar. weil die lie hauptuiig einer ״religiösen hinheil des .ludentums" den Tatsachen nicht entspricht. •I Zum Schutze der Iteiulieit des jüdisehen Kamilienlebens müssen Massnahmen getroffen werden die in jedem Kinzelfalle den Nachweis aller \u׳n Keligionsgesetz gelorderten \ orhedingnngeu einer l.heschliessung ermöglichen