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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 11/12 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
11/12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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I.fw.is für Krir^s und Krvoliiihins^rwinnler. nachdrm dir bisher stets eine einfache Herberte genügt hat. Du sollst dir deinen Reichtum nicht in den Kopf steigen lassen. Sieh, 4 es gibt so viele Gelegenheiten heutzutage, sein Geld los zu werden, warum willst du mit erhöhtem Lebenskomfort selbst deinen Stammvater Abraham übertrumpfen! Dein plötzlich erwachtes Protzentum macht auch, bedenke es wohl, .Rifchus“. Sei auch als reicher Mann einfach, befcheiden, edel, hilfreich und gut, nur so werden die Enterbten unter deinen Mitmenfchen es dir vielleicht verzeihen, dah du ein Kriegs- und Revolutionsgewinnler bist! Es geht aber Rafchis Demerkung auf eine Talmudstelle (;•:־•; •j) zurück, die also lautet: ־ א־ב;v אד* ־נ ד:,־־ ”-א-אד־ ־: דא״ניא •טי‘• •טנאד* ע־ ־ד : איד* ־׳־ •טד א־“־ :־.־־■* •־ ־׳:• : ־ ־;•;א אד־ *:*.־: —י* 'ד:;־•׳ דא• א;־;יא -א--א. א;א• .R. lehudn sagt im Namen Rabs : Woher wissen wir, dal' man seine Merberge nicht wechseln soll י Weil es heif't: .bis zum Orte, wo sein Zelt von Anfang war." R. lose Sohn Chaninas sugt, weil es heif't .er ging aul seinen früheren Wegen.“ Was ist der Unter-* fchied ’ Ein gelegentlicher Wechsel der Herberge ist der Unterfchied.“ Der Sinn dieser fchwierigen Talmudstelle fcheint uns im folgenden zu liegen. Wenn ein über Nacht Reichgewordener seine einfachen Lebensgewohnheiten von ehedem nicht ändert, dann braucht diese Einfachheit nicht immer auf echte Defcheidcnheit zurück- /.uführen sein. Ihr Motiv kann auch Geiz oder eine liebe Gewohnheit und trage Dec|uemliehkeit fein. Wie viel reiche Leute gibts, die das Übernachten in einem Hotel erlten Ranges blos deshalb verfchmähen, weil (ie die Kosten eines solch komfortablen Aufenthaltes fcheuen oder weil lie lieh in einer glanzvollen Umgebung beengt und ungemütlich fühlen Der Unterfchied zwifchen echter und unechter Kefcheulenheit besteht nun praktifch tlarin, dal' der aus wirklicher Defcheidenheit Einlache wohi in der Regel mit einer gewöhnlichen Herberge vorlieb nehme׳! wird, dal' er aber im Notlalle, gelegen!- lieh, •א־־א:. wenn e^ nichts anderes findet, lieh nichts daraus machen wird, auch einmal in einem Hotel ersten Ranges zu übernachten Dagegen wird der aus Geiz, Gewohnheit usw. Einfache nicht einmal א־־א: lieh einen Luxus gönnen Er wird lieber 1m Dahnholswartesaal übernachten, wenn er keine Herberge findet, die seinen I ebensgrwohnheilen entspricht

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