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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 11/12 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
11/12 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Hlwas für Kriegs und l\< \ 1>lutn<ns^1׳u innlci. L'uS eine Hungersnot ausgebrochen war, fich nach Ägypten autmochte, wo es mehr zu eflen gab. Mit weldiem Rechte Abraham ein Land verlieh, das ihm doch von Gott nicht nur für Zeiten des Uberfluffes an Nahrungsmitteln zum Aufenthalt angewiesen worden war, darüber haben fich alle zuftandigen Bibelerklärer, allen voran Nachmanides, Io eingehend ausgelaffen, dah es nicht leidtt sein dürfte, hierüber etwas Neues zu fagen. Die landläufige Meinung ist: Abraham hätte in Kanaan ausharren müffen, seine Auswanderung nach Ägypten war eine Verirrung, die der heilige Bericht ebenfo wenig verfchweigt, wie er die Fehler anderer Bibelhelden verdeckt. Es fragt (ich nur, worauf diese Verirrung zurückzuführen ist. Uns fcheint der * :־־: r־־c zum ד ־ z. St. der Wahrheit am nächsten zu kommen, weil das Motiv der Auswanderung, das hier angegeben wird, dem im Gedächtnis aller Nachwelt fortlebenden Charakterbilde unseres Stammvaters am besten zu entsprechen fcheint. Während beim Auszuge Abrahams aus Harun nach Kanaan ausdrücklich berichtet wird, dah Abraham sein ganzes Vermögen mitgenommen habe, dah er als reidrer Mann in die ihm von Gott bestimmte Heimat eingewandert sei, fehlt diese Feststellung über Mitnahme von Vermögen beim Auszuge Abrahams nach Ägypten. Als in Kanuan die Hungesnot ausbruch, lieh fich Abraham von seinem weichen Herzen dazu verführen, sein ganzes Vermögen unter die Notleidenden zu verteilen. Das war entfehieden ein Fehler. Denn wie sagen die Weisen ״׳ Mehr als ein Fünttel seiner Einnahmen verteile man nicht unter die Armen, damit man nicht selbst verarme Der erste Jude aber gab in Zeiten der Not sein ganzes Vermögen bin, weil er den Anblick hungernder Menfchen nicht ertragen konnte. Die Folgen .«!einer überfchwänglichen Menlchenliebe blieben nicht aus Er, der andere vor dem Hungertod errettet hatte, muhte selber fchliehlich als hungernder Bettler das!.and verlassen. Gewih, es war ein Fehler, eine Verirrung des Herzens, die Abraham aus Kanaan trieb, aber ein Fehler und eine Verirrung von solch seltener, aparter Art, wie fie keiner unserer Reichen wohl je zu begehen imstande wäre Auf seinem Wege von Kanaan nach Äg>pten bähen wir uns also unsern Stammvater als einen aut milde Gaben wohltätiger Menfchen angewiesenen Bettler vor/.ustellrn. Diese Vorstellung

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