Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 11/12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Schncrzrichrn 2a: eine neue Befchäftigung des aufgepeitfchten jüdilchen Gemütes bringen wird. Das aber ist eigentlich dos Schlimmste, das in all diesen Irrunyen und Wirrunyen fast allen eine yeruhfame Stunde versayt bleibt. Denken und Fühlen kommt nicht zur Ruhe, wichtiye Entfchlüsse mit jo oder nein wir •£hmen keinen aus werden in Unrast und Unwillen gefaht, Kosdequenzen werden nicht überdacht, nüchterne Vorltellungen werden vom künstlich gelchaftenen Ansturm überrannt und Akabia ben Mahallallel, der da layte, er wolle lieber als Narr yelten sein Leben Inny als eine Stunde untreu yeyen seinen Schöpfer lein, dürfte als furchtbar unmoderne Krfcheinuny nicht einmal mehr in einem Mufeum jüdifcher Altertiimer einen Platz finden. Wir versayen es uns, auf das politisch Bedenkliche eines solchen Weltkonyrefles hinzuweilen, denn wir lind überzeugt, dab die Schöpfer einer folchen Idee lieh dieser Bedenklichkeiten wohl bewubt lind und dab unter Umständen die politifche Verelendung der ganzen )udenheit nicht ganz auberhalb ihres Programms liegt,. da eine letzte Anstrengung der politilch Enterbten eher einen Erfolg erwarten liebe. Wenn es die Wahrheit verlangen würde, so mühte wohl auch diefer Preis gezahlt werden. Selbst unter dem Hinweis darauf, dab politifche Entrechtung, gewollt oder ungewollt, einen Teil der ludenheit in andere Lage überführen würde. Auch d i e Frage wollen wir auber acht lassen, ob fich die Verbreitung der Idee eines Weltkongresses ein klares Bild darüber gemadit hat. welche Situation in nalionolistifch erhitzten Stauten, aber unter Umständen auch in indifferenten Staatengebilden entstehen muh, wenn Wahlen für die Befchickung eines allgemeinen internutionulen jüdifchen Weltkongresses gehalten werden. Wo gäbe es Worte und Argumente genug, um all den Verdächtigungen und Anfeindungen wirkfam zu begegnen, die aus einem soldien Beginnen abgeleitet würden :* Wer aber wäre stark genug, um die Verantwortung zu übernehmen tür all das, was unter solcher Verkennung zugrunde gehen würde. Niemand hat das Recht, auch nur das befcheidenlte Mab des (ilücJces der heutigen (lenerntion tür eine eventuell pnlitibhe Bellerltellung der Epigonen aut