Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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!.nts.un• fur <!•'si'h.iftslfuti■ 1'»1 folche Kaufleute duldet, den Idealismus als Weltfremdheit verfchreit und felber aus den Fugen geht im Augenblick, wo der Gegenlatz zwilchen Eigenfucht und Nächltenliebe alle Bindungen des politifchen Anltandes fprengt. 14 Die gefetzlichen Formen, die den Uebergang eines Kaufobjekts in die Hand des Käufers regeln, find äukere Ausdrucksmittel für eine innere Willensentfchliefcung. die fchon in der Ausfprache der Abficht, fchon im verlprechenden und gelobenden Worte zur Weihe eines bindenden Gelöbnilles gedeiht. Wer darum auch nur einen Teil des Kaufgeldes erlegt hat oder feinen Entfchlub zum Kaufe in einer Weife kundgab, die wohl den Kauf nicht gefetzlich abfchlieht, aber doch geeignet ift, in dem Verkäufer die Meinung des Ablchluffes zu erzeugen, kann von feinem Entfchluffe nicht zurücktreten, ohne lieh dem Fluche auszufetzen, mit dem das Geridit den Wortbrüchigen verflucht: .Wer einft das Gefchlecht der Sündflul, des Turmbaus, die Männer von Sedom und Amora und die Ägypter beftraft hat, möge auch den beftrafen, der die Heiligkeit eines gefprochenen Wortes verletzt." Der wortbrüchige Handelsmann hat (ich vor dem Forum des weltgefchichtlichen Weltgerichts zu verantworten. 15. Das Wort ift ein Heiligtum. Ja, lelblt das gedachte, noch nuht ausgefprochene Wort muh dir ein Heiligtum fein. Haft du dir im Stillen feft vorgenommen, zu einem beftimmten Preife etwas zu kaufen oder zu verkaufen, dann ift dein Wille durch dielen V'orlatz wie durch ein Gelübde gebunden. Hüte dich vor Wortbruch und Gedankenbruch י Die gefetzlichen Formen des Kaufabfchluffes find blos bekräftigende, unterftreichende, Gedanke und Wort (innfällig machende zeremonielle Handlungen, deren Heiligkeit in der Weihe deines Gedankens und dem verpflichtenden Adel deines Wortes wurzelt. Zeremonien gelten dir ja auch f >nft nicht als Selbftzweck. Varum willft du fie im Handel und Wandel zu leeren Formen auberer Werkheiligkeit erniedrigen?