Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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wirft, wenn dir Gewichtfteine und Muhe, dir du befitzeft, einwandfrei find. Noch deutlicher betonen die Weifen die Abhängigkeit de!» Reichtums von der Ehrlichkeit, wenn lie tagen : ״Was fall man tun, um reich zu werden!י Man fei redlich in Handel und Wandel und flehe um Erbarmen bei dem, von dem der Reichtum kommt, denn es heiht : Mein ift das -Silber und mein das Gold." Dah die Glücksverheibungen der Thora durch die Wirklichkeit fcheinbar widerlegt werden, wird am peinlichften von folchen Weltbetrachtern empfunden, die fich zu Gotteskritikrrn aufwerfen, ohne jemals das huch Hiob gründlich ftudiert zu haben, delfen verftändnisvolle Lektüre fic von ihrer überheblichen Betrachtung der Wirtfchafts- und Naturgefetze kurieren könnte. 9. Pedantifches Meffen und Wägen führt leicht zu einer bcnachteiligung des Käufers. Denn des Verkäufers heiliger Egoismus wird an der Grenzfcheide zwifchen Mein und Dein eher den Käufer als (ich felbft übervorteilen. Daher ift es Pflicht, beim Meilen und Wagen nicht pedantifch genau leinen Vorteil zu wahren, fondern zugunften des Käufers über die Grenze etwas hinauszugehen. Diele Grohzügigkeit wird ■c •••;, ״fchönes Auge" genannt Nur Gefchättsleute, die diefes ״Ichöne Auge" belitzen, handeln im Sinne des ־־ ־־־־ ־־v א־:•־ "-•"ד־ wahrhaft reell. 10. Das Häufen und Abftreichen beim Melfen kann dem Ortsbrauche unterliegen, von derr, niemals, felbft mit Zuftimmung des Partners, abgewichen werden darf, weil aus einer Nichtbeachtung de» Ortsbrauches ortsfremde Zufchauer irrige Schlüffe auf die ortsübliche Weile des Meffens zum Nachteil ihrer Kunden ziehen könnten. Die ד;־: נ des Gelchäftshaules müden dem Kaufmann Io heilig wie die des Gotteshaufes (ein. 11 < Die Häupter der Gemeinde find verpflichtet, Auflichtsbeamte oufzuftellen. die in den Gefchäftsläden nach dem Rechten zu lehen