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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 7/8 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
7/8 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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1.1'ils.it/t׳ für t <rs! h.iltslriii! . 1«; fleht und nicht einfieht, dab der oben zitierte Vers aus dem 3. B. M. einen Gegenfatz zwifchen Handelswelt und Glaubenswelt nicht kennt. Das Religionsgefetz geftattet dem Händler, an die Kinder feiner Kunden Nafchwerk zu verteilen, um fie als Käufer anzulocken. Dab aber diefe harmlofe Reklame erft ausdrücklich geftattet werden muhte, erklärt (ich nur aus der bedächtigen Hut, mit welcher das Religionsgefetz über die Grenzlinien wacht, die der geschäftliche Selbfterhaltungstrieb einhalten muh, um nicht in Schäbige Krämer-Selbftfucht auszuarten. 7. Unrichtiges Meffen und Wägen verftöht gegen das Gotteswort (3. B. M. 19, 35): ״Tut nicht Unrecht bei Gericht, im Längenmah, im Gewicht und im Hohlmah.” Das Zählen, Meffen, Wägen wird hier als eine Richterfunktion bezeichnet. (Vgl. Komm. z. St.) Über das Tun und Laffen des zählenden, meffenden, wägenden Kaufmanns fei die ernfte Würde und die ftrenge Sittlichkeit des Gerichtshofes gebreitet. So fremd dem Gottesworte eine Trennung des Staates von der Kirche ift, fo fremd ift ihm eine Trennung der Mähe und Gewichte von Gott, ״der ich euch herausgeführt aus dem Lande Ägypten” (V. 36 daf.), und für den es kein jüdifches Volkstum ohne jüdifche Frömmigkeit und keine jüdifche Frömmigkeit ohne jüdifche Ehrlichkeit und Redlichheit gibt. Betrügereien im Meffen und Wägen können nachträglich niemals ganz gut gemacht werden. Weih denn der Betrüger, wen er betrogen, kennt er immer Zahl und Namen der von ihm Übervorteilten? Selbft dann, wenn er reumütig feinen betrügerifchen Gewinn öffentlichen Zwecken zufliehen läht, kann diefe Reue nur höchfl unvollkommen Sein Verbrechen fühnen. S. - ״Du follft nicht in deiner Tafche haben zweierlei Gewichtlteine, einen groben und einen kleinen. I)j follft nicht in deinem Haufe haben zweierlei Mah, ein grobes und ein kleines ufw. (5. B. M. 25, 13 f.) An die überflüffigen Ausdrücke ״in deiner Tafche* Und und ״in deinem Haufe” knüpfen die Weifen die Bemerkung, dah du in deiner Tafche und in deinem Haufe nur dann etwas haben

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