Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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K’flhloni r Hirsch ־ •a•* 1111*1 *In• •■tih K*־l1g1**r.sg1 s< Hs! halt /u Kurth ).'7 unftreitig einen typifchen kirrhlidien Charakter. Sie 111 das Kirchen- Inftrument par e.xcellence. So fehr. dah das blohe Vernehmen eines Orgeltones mit Sicherheit auf die Nähe einer Kirche fchliehen läkt. Auher dem oben erwähnten, der Inftrumentalmulik an Sabbat- und Fefttagen in der Synagoge überhaupt entgegenftehenden Vorfchriften des rabbinifchen Geletz.es fteht daher der Einführung der Orgel in die Synagoge das mofaifche Verbot der Einführung nichtjüdifcher Kultuseinrichtungen entgegen. Das Orgelfpiel beim fynagogalen Gottesdienft an Sabbat- und Eefttagen ift daher eine öffentliche Übertretung mofaifcher und rabbinifcher Gefetzesvorfchriften und ift es von felbft einleu<htend, dah ein orthodoxer Jude, das ift ia ein Bekenner des aut der Unverbrürhlichkeit des mofaifchen und rabbinifchen Religionsgefetzes beruhenden Judentums, lieh an einem lolchen Gottesdienft nicht beteiligen kann, ohne die geheiligten Grundfätze feiner religiölen Überzeugung zu verleugnen. Durch feine Beteiligung würde der gefetzwidrige Gottesdienft fein Gottesdienft, das von dem Orgelfpiel getragene Gebet fein Gehet, die Orgel (pielt auch für ihn, die Verletzung des Religionsgefetzes und die Anerkennung des dem jüdifchen Charakter entfremdeten Gottesdienftes fällt auch auf fein Gewiffen. Ebenfo ift es auch na<h allem Obigen und dem bereits trüher Entwickelten klar, dah ein Rabbiner, welcher die Einführung der Orgel in leine Synagoge gehaftet, damit den Anfpruch auf das Vertrauen der Bekenner des orthodoxen ludentums in religiöfen Dingen verloren hat und insbefondere auch ferner nicht befähigt ilt. rabbinifche Funktionen, wie Ehefcheidung, Chaliza-Akt u. I w. vorzunehmen und über religionsgefetzluhe Fragen in einer für den orthodoxen ludern gültigen Weife zu entlcheiden Alle diele Akte und Entfcheidungen haben Ja tür das Gewitlen orthodoxer luden nur Geltung, wenn lie auf gewiffenhafter Erkenntnis der betreffenden religionsgefetzlichen Beflimnningen beruhen. Anher einer gründlichen rabbinifchen Gefel/e.skundc■ ift daher in allere rllc-r Linie die religiöte Gewiflenhatligkeit, die Anerkennung der unverbrüchlichen Heiligkeit des Geletzes, nach welchem und aus welchem die Akte /.u vollziehen lind, abfeiten delfen, der die Akte vollzogen und die Entfcheidungen getroften, für die Gültigkeit der Akte und Entfdieidungen mah-