Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1VJ K.!l>l>iner Mirs! h יצ *י un<l äie ■ •rlb. Kcli|>i<(nsf{<׳)»׳llsrhnll /u Kirih. die gefetzwidrigfte Verftümmelung erlitten, ja, es fcheue fich der Rabbiner nicht, in dem von ihm über die Gemeinde an hohen Fefttagen zu fprechenden Segen die in der vorgefchriebenen Formel auf die einftige Wiedcrfammlung des jüdifchen Volkes um das Gottesheiligtum in dem Lande feiner Väter auszulaffen und fo in Mitten der verfammelten Gemeinde feinen Abfall von den göttlichen Verheißungen durch den Mund feiner Propheten zu dokumentieren, alfo daß die orthodoxen Glieder der Gemeinde bereits feit Jahren den Gottesdienft der Hauptfynagoge nicht befuchen können und fich mit ihrem Gottesdienft in eine Nebenfynagoge flüchten müffen. Der religiöfe Unterricht der Jugend, diefes allererfte und heiligfte Anliegen ׳einer jeden Religionsgemeinde fei in folchem Grade vernachläffigt worden, ja habe geradezu folchen irreligiöfen Händen anvertraut werden tollen, daß fich die gefetzestreuen Glieder der Gemeinde, um das religiöfe Heil ihrer Kinder zu fichern, fich genötigt gefehen haben, auf ihre eigenen Kotten mit fchweren Opfern eine eigene Unterrichtsanftalt zu gründen und zu unterhalten. Diefelbe Pflichtwidrigkeit hinfichtlich der für jedes jüdifche Gewiffen fo hochwichtigen Anftalt eines rituellen Frauenbades hat ebenfo die gefetzestreuen Mitglieder der Gemeinde in die Notwendigkeit verfetzt, lieh auf eigene Kotten eine folche dem religiöfen Gewiffen entfprechende Anftalt zu gründen und zu unterhalten. Das für die Beobachtung der religiöfen Speifegefetze in erfter Linie fo notwendige Inftitut des Schärhtens erliege abfeiten der Gemeinde einer folchen unverantwortlichen Vernachläffigung, daß feit zweiundvierzig Jahren kein Schächter von dem Rabbiner der Gemeinde der vorfchriftsmäßigen von Jahr zu Jahr zu wiederholenden Prüfung unterzogen worden itt. Vergebens hätten die dem alten jüdifchen Bekennlniffe gewiffenhaft Treugebliebenen feit Jahren gegen diefes ganze religionsgefetzwidrige Vorgehen proteftiert, vergebens auf eine Befferung und endliche Rückkehr zur alten jüdifchen Gcwiffenstreue gehofft. Die Vorgänge der jüngften Zeit haben all ihre Hoffnungen in diefer Beziehung vereitelt. Der gegenwärtige Vorhand befteht durchweg aus Männern, die in offenkundigfier Weife die heiligften Vorfchriften des lleligionsgefetr.es, zu deffen Vertretern und Pflegern lie berufen worden lind, nicht achten, deren Gebühren fomit in