Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 5/6 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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könne nur ßenelen, wenn es in einen Verein umßewandelt würde; wir vermuten, dab das nicht die Sehntucht nach Vereinsmeierei, wohl aber nach Vereinsdisciplin bedeutete. Da erhebt lieh die gewaltige Schicktalsfraße, ob es irgend eine Möglichkeit 1*ibt. in das Innenleben der Orthodoxie das Gewicht einer Autorität einzufüßen. Wir leiden bewubt den Finiter in die Wunde unterer Tage. Wohl erkennt jeder in unteren Reihen die unbedihßte Autorität der Thora an, aber man Hellt li<h lehr leicht louverän neben die Thora, wenn man nicht gleichzeitig < onc ret in einem Träger des jüdilchen Wollens und Willens lieh eine Autorität fetzt. All die Entgleitungen, für die man in Kre-iten treundwilli!;er Gegner das Wort Religionspolitik erfunden hat, um es bis zum Uherdruh zum Stigma und Anathema zu verdichten, lind aut diele Souveranitatsgelütte zurückzuführen. Es kann uns and dielen Blattern wohl niemand Antirabbinismus vorwerfen; desto eher diirlen wir der Wahrheit ins Geticht frhauen und frei bekennen, dab jenes unteliße Wort von Zunz, welches den Rabbiner in die Küche verwiefen hat, leider bei uns nicht ohne Widerhall geblieben ist. Selbft in den enteren, örtlichen Verhältnilten anerkennt man beitenfalls die Autorität des jüdifchen Wittens, negiert lie aber aut den! Gebiete des jüdilchen Wollens. Der Din hat lieb nicht zur allumfaffenden, menfehbezwingenden Gultur ungestaltet. Bei aller Strenge der Obtervanz fehlt die Einheitlichkeit der jüdifchen Weltunfehauung (um allen Mibverltändnilfen vor/.ubeugen. betonen wir nochmals, dab diele Einheitlichkeit nicht verletzt ilt, wenn in das Gebiet unteres Witlens, in welchem Umtunt: auch immer, auch tolche Elemente cingelügt werden, welche von Nichttuden und,1n nichtjüdifchen Centren gelchnftcn wurden) Aus dielem Streben nach Einheitlichkeit heraus wurde im Osten, gleichtulls nach einem Sturm fchwertten Leids, die Erfcheinung'geboren, weh he man Challidismus nennt Es hiebe den Rahmen 11et־׳r Betrachtungen Iprengen, wollten wir in dielem Zulammenham: das Welen des Chullidismus Ichildern, um namei‘י <h denen zu begegnen, welche, nachdem ihnen die gleichfalls .!• . >er<%annte Ereitaß-Abend-I’oelie nidits mehr zu fußen hatte, ihn in all leine n Auberungen in das Gebiet der Romantik verwies; eines ledoch mub hervorßehobeh werden: In allen (einen Wandlunßen und Schattierungen hat der ('hasstdismus unbedingt an dem Gedanken der Autorität festgehalte'n