Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 5/6 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Misr.u histische (jeschichtsklitterung. '4 »ml die im fünften Hände .seiner tie-ainmelten Seliriften «!»gedruckt sind. niihI auch heute mich s<! aktuell wie damals vor 70 .lahren. weil die von (irätz angewandte Methode des '/tisaminensihaiiPiis von Vergangenheit und t!!•gen wart, die ihn ermutigte, in den Lehrgegensätzen der Mtschna t •rossen die Keimzellen des modernen (•egensat/.es /wischen Orthodoxie und Kefnrm zu erblicken, den inneren N’eigimgen der entarteten .Indens! halt auch• in unseren Tagen wie kaum eine ander!• entgegenkomint. Itiese entartet!• .ludenschaft kommt über ihr latentes Siiiidenhcw usstsein nur dann hinaus, wenn es ihr gelingt, sieh und andern ein/ureilen. dass ihre Aiitlehnnng gegen Tlmra und Mi/.wnth, weil entfernt,!las Krgehnis des übermächtigen Kintlusses der Modern!* zu sein, mit ihren tiefsten Wurzeln in die Tag!• der Si hamai und Hillel. II Oamliel. K. .losua iisw. zurüikreicht und!lass!•s!larum gar niilit wahr sei, wenn von sogenannten Fanatikern 111*11:! 11 pt!•( werde, dass ein!׳ Diskussion über jüdische Ding!• nur auf der gemeinsamen l'lnttform der Auerkennung!1er unbedingten Verptliehtiingskraft des jüdischen (iesetzes möglich sei utnl eine Leugnung seiner ewigen Verbindlichkeit den Kähmen aller jüdischen <!emeinschuft spreng!׳. Dass diese Orät/.sche Methode nichts anderes als ein!• durch und durch unwissenschaftlich!*, durch Ii 1• talmudischcu (Quellen selbst widerlegt!•,׳ Frivolität ist,!״•darf fiir den keines Keweises. der gewohnt ist. sich im Talmud gründlich um/.tisrhuucu. wann immer es gilt, sich dem jüdischen lie-et/. als dem berufenen Wegweiser auch liir unser heutiges Leben nn/uveitraueii. Wer!len Talmud nicht nur vom lloreu und Sagen kennt, wer nur einiger-!nassen mit seinem 1!eiste vertrant Dt. wird und muss die!,arallele zwischen liberalem Judentum und erleichternden F.ntsclieiilimgen der Misi'liua als einen!lummen Scherz oder, wenn er es der Mühe wert findet, au solch lächerliche (!cschirlifsklittcruiigcn pathetischen Arger zu verschwenden, als empörende Kk1*|!he111ie fuiptiuden. Tief bedauerlich und darum zu ernster Kespreehung'* herausfordernd ist ׳■s aber, wenn auch orthodoxe Kreise Spuren der Kinwirkung dieser (!rätzschen Methode offenbaren. Da war vor Kurzem in einem misrnehistiMi'hen Organ Frankfurter israelit. Familitmhlatt \fi. 10 in einer Ifesprechung der Sehulfrage in Palästina folgetules zu lesen: «Aut dem einheitlirlieti linden des gfoffenhurtfii Thora- Judentums war st^ts ein weiter Spielraum liir verschiedenartige