Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 3/4 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4900572-5964867-5964975--2398-4902899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12 Tischregcln. Tischregeln. I)» die Menschen zur Zeit «ehr verwildert sind und insbesondere die (icnussiicht, die sich merkwürdigerweise infolge der Nabrungsmittelnot bei Vielen eingestellt hat, geeignet ist, eine Verderbnis der Ess• und Trinksitten!,erbei/.uliiliren. da ferner nur Wenige eine Ahnung haben, welch feine, gesittete, manierlicLe Ktikettoninenschen unsere 'raltuudmul Scliulchan-Aruch-Weisen waren, möchten wir liier aus שי;דנ אדם T: 'א־ח שי ק,;, דבי ytr כשעודד einige Tiscbregeln eitleren. 1. *icistigen Menschen, die gemeinsam speisen, mag es eine L'eberwindung kosten, ihre Speisen wie Tiere schweigend einzunehmen. .Sie werden immer bestrebt sein, während sie essen, ja noch während sie die Speisen im Munde haben, ihr animalisches Tun durch Rede und (iegenrede geistig zu verbrämen, sich während des Essens zu unterhalten. Der Satz אין ששיחין כשעודד ששא •קדים קנד ל ישם .Unterhaltungen beim Essen sind zu vermeiden, weil die Speise, statt in die Speiseröhre zu kommen, in die Luftröhre abirren könnte‘-, gilt zwar nach der Ansicht des ,שלישר nur für die talmudische Zeit, wo es Sitte war. in angelehnter Haltung zu essen, er enthält aber doch auch für uns Menschen d< r (iegeuwait die Mahnung, bei der Mahlzeit nicht zu vergessen, dass der Prozess der Nahrungsaufnahme nicht so unkompliziert ist, wie gefrässige Schlemmer glauben, die in hemmungsloser (■ier ihre Speisen verschlingen, ohne je zu bedenken, auf welch wundervollem, der sorgsumsten Schonung bedürftigen, Mechanismus die Ernährung und Erhaltung ihres Körpers beruht. Zwischen Speise und Speise aber ist Reden nicht bloss er. laubt, sondern PHiclit; und zwar Heilen im Sinne von Thoralernen verstanden., laue Mahlzeit, die nicht durch Thoruwnrte geadelt wird, ist wie ein Totenniahl. Zumindest ist das Rezitieren eines Psalmkapitels על נ־־־—. בניי be/.w. ,שי.* ־־דעי‘,־ Pflicht. Nicht nur ein das tieiniit ei greif, mies Tischln d. Mindern auch ein den Deist erfüllender Tlioraabschnitt s״ll uns ,ש" *די;■''־ sein.