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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 3/4 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
3/4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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M Möglichkeiten. kämptuug des oben geschilderten Gegensatzes geeinigt haben, kann man von Nationaltugenden sprechen. Hier and hier allein kann man von einer jüdischen Kultur sprechen, welche allerdings, wie wir sehen werden, universellen Charakter beansprucht. Das Judentum beansprucht, in seinem!{eliginnsgesetz ein durchaus zu• reichendes Mittel zur vollkommene(! Ueberwindung jenes dritten Gegensatzes zu haben, als״ positiv ausgedrückt, ein Mittel zur vollkommeneu Harmonisierung des Lebeus sowohl des Einzelnen, wie auch der Gesamtheit. Nur muss man sich von dem leider auch in der Orthodoxie verbreiteten Missgriff hüten, von der Ethik des Judentums als etwas gesondertem, innerhalb des ganzen Complexes des Judentums isoliert zu umsfhrtfbeiidcii Gebietes zu sprechen; vielmehr muss man endlich wieder dazu übergehen zu lehren und also zu leben in Tat und Wort, Gefühl und Gedanke, dass man sagen kann, das Judentum ist Ethik, ist ethische Cultur. Die aus Gründen der Systematik getroffene Unterscheidung zwischen דצות עדע״י)• und שנל״ח\ zwischen rational zu erlassenden Vorschriften uud scheinbar durch keine Rationalisierung darzustellenden Gehieton d:1rl nicht zur Unterscheidung in der inneren Stellungnahme zu den einzelnen Gebieten werden. Vielleicht klingt es paradox, allein es wäre ganz gut. wenn man anstatt des vagen, und wie eben dargelegt, zum minderten missverständlichen Hegriffes ״jüdische Kultur“ einmal versuchsweise den Hegriff Din - Kultur prägen und der öffentlichen Diskussion anlieimgebcn würde. Denn das ist wahre Orthodoxie, dass man im Din Orientatinns<|11elle für alle Fragen des Lebens sucht und tindet. Diese Din-Kultur stellt sich aber gleichzeitig in den Dienst der beiden anderen Kulturgebiete» deren \N esen bereits geschildert wurde. Denn die im Din verankerte ethische Kultur vgl. die!,aragraphierung der Weltanschanung in .—4;וי• *־ע'.■• gibt es von vornherein nicht zu, dass die im Naturgeschehen sich bietenden Hemmnisse zu einem inneren, disharmonischen Hiss sich gestalten: wer das “trr אור יב,'“א *T' vgl. Jesaia 4fi, 7 nur einmal durchgedacht hat. wird in seinem Innenleben weder von der Unzulänglichkeit, noch von der Hässlichkeit irdischer Geschehnisse erschüttert werden und din-treu das l’rimat der ethischen Cultur anerkennen 1*. K.!Fortsetzung folgt)

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