Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 3/4 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Möglichkeiten. 4t Möglichkeiten. Aus den! Schosse des Unheils ist ▼it*| Neues geboren. Die werdenden Tage werden klären, was bleibt. Ka gebt ein Ringes nach Klarheit durch die müde Welt. l)a bat sich zunächst liters* risch eine seltsame Krseheinung gezeigt, der alte Thomas Mora• ist wieder lebendig geworden, Rellainv wird copiert, man schreibt l'topien. Auch darüber täusche man sich nicht, dass derartige Utopien ein sehr aufmerksames Uesepublikum linden; es giebt •0 viele, die ans der nach jeder Richtung unbefriedigenden Oegen• wart sich ins Trnumland Hüchten möchten, und gewährt dieses Traum* laml auch manch grausiges Mild, nun, so hat inan wenigstens des Nervenkitzel des Gruseins. Andererseits hat die Entwicklung der Dinge gezeigt, da•• manches, was man noch vor einem Jahrhnudert als utopisch an* sprechen zu müssen glaubte, doch zur Wahrheit geworden ist. Mau glaubt in einer Welt unbegrenzter Möglichkeiten zu leben. Warum sollte es da nicht gestattet sein, auch aut einen Sieg uuserer Gedankenwelt zu hoffen? Hleibt nur die eine Aufgabe, es sich einmal klar vorzustellen, welcher Weg zu diesem Ziele führt und wie unsere kleine Welt nach diesem Siege aussehen würde. Nur vor einen! muss man sich bei dieser Feststellung bewahren, vor einem Fehler unserer Tage sich hüten. Das wenig anmutend• Spiel, dass d 1 e Schuldigen d e n Schuldigen suchen, darf nicht aut das Gebiet des religiösen Wollcns übertragen werden, obwohl die erste Voraussetzung dieses liebenswürdigen Zustandes auch hiet zutrilTt. Denn tatsächlich sind wir alle mehr oder weniger nicht schuldlos Seit fast einem Julirbuudert währt der Assimilation•• pruzess, welcher lediglich au! die äussere Gestaltung der Gcacbeh• nissc am Körper der jüdischen Gesamtheit abzielt und später• (ieschichtstorschiing, di!• leidenschaftslos ihre (,onstatierungen voll* ziehen kann, wird h-atstcllen,!lass in merkwürdiger Contrastwir• kung auch die modernen nationalistischen Hcstrehungen in dieselbe Kerbe schlagen, lusoferne, als die Orthodoxie teils als Waffe gp> gen die Reform, teils unter dem Eindruck des Kmauzipationszeit• alters diesen ItoBtrchungen Raun! gab, bat auch sic ihre Aufgab•