Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 1/2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur 1.11(.־»׳. <״ .Die Misrachi-Welt-Konferenz spricht ihre Freude aus über den Anfang der Gründung einer hebräischen Universität zu Jerusalem durch die zionistische Organisation. Sie trägt der Leitung ihrer Organisation aut, eine Kommission zu ernennen, die sich mit den Universitätsarbeiten beschäftigt. Sie drückt die Erhärtung aus, daß es gelingen wird, ein System für die Universität• zu finden, bei welchem die Freiheit der Überzeugung den verschiedenen religiös-kulturellen Richtungen gesichert bleibt.“ Da habt ihr Misrachi, wie er leibt und lebt. Misrachis Herz erbebt vor Freude bei der Nachricht vom .Anfang der Gründung einer hebräischen Universität zu Jerusalem“. Diese Freude ist ganz vorbehaltlos, sie ist absolut und unendlich echt. Wie könnte es anders sein! Eine hebräische Universität in Jerusalem! 0 der Gedanke ist himmlisch! Erster Schritt zur Erlösung der Nation! Schatten kommender Staatlich• keit! Misrachi freut sich. Denn Misrach ist .national“. National schlechthin. Also im ersten Absatz. — — Doch halt! Misrachi ist auch fromm. Das verpflichtet! Verpflichtet wozu? Misrachi erholt sich von seiner Freude und über sein mildgütiges Gesicht breitet sich die Gespanntheit der - Erwartung. Misrachi wartet auf ein System. Was soll das .System“ leisten? Es soll .den verschiedenen religiös-kulturellen Richtungen die Freiheit der Überzeugung sichern". Misrachi hat recht, wenn er sich vorbehaltlos freut. Das .System“, auf das er wartet, wird ganz gewiß gefunden werden. Wie ist doch Misrachi so bescheiden! Misrachi ist bereit, jeder .Richtung“ Berechtigung zuzuerkennen, wenn man nur seine eigene .Richtung“ gleichfalls respektiert. Die Einreihung der Gotteswahrheit als einer .Fakultät“ unter gottleugnerische oder gottfremde Fakultäten: Misrachi ist heilfroh, wenn er's erreicht. Das Bild der hebräisuhen universitas litterarum, 4ie allen .Richtungen“ gerecht wird und damit die Einzigkeit göttlicher Wahrheit endgültig aufhebt, ist die kühnste