Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 11/12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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■m Frauentypen. derer Treue umKfiewissenhaftigkeit und jenem spezifisch weihlieben intuitiven Verständnis für seinen (leist, dureh ihr warmes 11n<l inniges KinfiUilen in seine Seele und ihr spontanes Umsetzen 41er gewonnenen Persünlichkcitswerle in vom Blut ihres Lehens dureliRtriimte und vom PulsBchlag ihres Herzens durchzitterte Handlungen. l'mt so hat )las Judentum im!,auf der Jahrhunderte stattliche Frauengestalten sieh heranrezogen, von )lenen «lie Annalen unserer (icMchiehte mit Stolz berichten oder auch mit Stolz — zu schweigen wissen. Selbst die mit ihrem Loh 8)1 karge und ausführliche Charakterisierung in der Kegel vermeidende Mibel füllt ganze Spalten mit der sorgfältigen und liebevollen Zeichnung einer ganzen Schar von Heldinnen. Und cs kann kein Zweifel mehr ohwulten — nach- «lein wir gezeigt haben,׳ aus welcher (Quelle allein die jüdische‘ Frau ihre Lehensanschauung schöpft, — auf welche Weise sie die Probleme ihres Frauentums lösen, in welcher Lebensform sie die Vollendung ihres Wesens sich suchen wird. ״Im Schmuck des heiligsten Kcrufcs, der höchsten Würde der Frauen, glänzen die (lestalten. Als Mutter grösst uns eine jede“ S K. Hirsch^ (ies. Sehr. II. bei aller Verschiedenheit der Charaktere, hei aller F.igenart und Besonderheit «ler einzelnen Individuen. lud allem Reichtum persönlichster Farbengebung und Feinheit der Nuancierung hat es die jüdische Frau zu allen Zeiten und unter allen Umständen verstanden, Mutter zu sein, hat als Mutter ihre hü! listen Triumphe gefeiert, aus!lein Mutlergelühl ihre tiefsten F.rkenntnisse gewonnen — hat sich nimmer beirren und verböten lassen, anderen Idealen nachzujagen, mochten sie noch so schillernd und bunt aufglit/ern unter der Strahlcngcwunduug, mit der!ler Kgoismus sie aufzupntzcii lieht — wohl steht auch sie, wenn ihr!■ Stunde schlägt, am Scheidewege, hält in «ler einen Hand die süsse exotische Blume, deren paradiesischer Duft auch sie berauscht, aus deren (trächtigen Farben auch ihr trunkene VerhtdsKungeu wirken von jauchzendem (il'iick und unbekümmertem Sichselbstlebcn. und deren abgrundtiefer Kelch ein Bild ist ihres eigenen namenlosen Frauensehnens ins Uiigemessene mul־ I nbegrenzte -- hält in der amlern Hand ach! nichts als Tränen —