Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 11/12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Frauentypen. 2.׳W einzige harmonische Keelensehwingung hincin/.ultannen, oder oh Mutterschaft und Erotik auf ewig ungeeint, als inner*. Feinde im Kampf um die Ohei^J'rrscliaft ihr ganzes Wesen dualistiBcI! zersplittern werden — oh bald der eine, bald der andere Trieb siegen oder gar die Erotik zum Leitmotiv ihres Lebens sieh uusbilden wird — das sind Fragen, die das Bibelwort nimmermehr dem Weihe beantworten k; jeder einzelnen Frau, jeder fühlenden und denkenden Frau erwachsen diese Fragen eben aus ihrem primitiven Beruf heraus mit Notwendigkeit immer wieder aufs Neue und sie hat sieh mit ihnen auf ihre eigne, besondere Art auseinanderzusetzen. Ich werde zunächst im folgenden, nur im Grossen Ganzcu, nur en passant gewissermassen, wie in einer gedränktcn Darstellung nicht anders denkbar, versuchen, die Frauentypen herauszuarbeiteu, die in den drei grossen Epochen der Weltgeschichte, im Altertum, Mittelalter und Neuzeit, die charakteristischsten und iu die Augen en sind — werde das bestimmende Prinzip ihres Lebens herauszufiihlcu und nach subjektivem Ermessen, aus dem Geiste des Judentums heraus zu bewerten suchen. Der blosse Name einer jüdischen Frau wird besser als viele Worte letzteres zustandehringen. Wenn mau die Frauen, die selbst in den spärlichen Annalen der Geschichte des Altertums sich Kaum und Bewegungsfreiheit erzwungen haben, an sich vurhcidctilicrcn lässt, von Semiratnis bis zur letzten der acht ('leopatras, von Dido bis /u Zcnobiu und den mächtigen Cäsarinnen " , so fühlt man sofort, dass diese keim* Typen sind, die der der zeitgenössischen Frau iu sich zu re Ausdruck verholten haben, sondern samt und sonders überragende Individualitäten, die an sich Männerauforderungen stellten und Männcrarbeit leisteten, zum Teil mit weiblichen, zum Teil mit männlichen Mitteln — Gestalten, wie sie ähnlich auch Mittelalter und Neuzeit, wenn auch selten nur, hervorgebracht haben. Nein — wenu wir Wert daraut legen, zu ergründen, wie das AItertum über die Frau und ihre Bestimmung gedacht hat, welcher Krauentypus tatsächlich ein für die Kultur des Altertums c' teristischer genannt werden darf, so gehen wir, glaube ich, am 9 9595 4 6186 4 800757 00827241