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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 9/10 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
9/10 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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231 l.eben«regeln für den Hausgebrauch. Davon weiss, zumal in kleineren Gemeinden, wo sieh der Sinn tu verengern pflegt, mancher Gemeindevorstand ein Lied zu singen. Der Wettbewerb zum Vorbeten, die Reibeufolge beim Aufrufen zur Thora: auch der Ausübung der heiligsten Mizwa pflegt ein solch starker Erdenrest menschlicher Eitelkeit anzuhultcn, dass sich duraus schon die unerträglichsten Gemeindevcrbältnisse entwickelt haben. Auch das Essen des Schaubrotcs war einst beilige Pflicht. Doch mir die Fresser griffen gierig danach, die Vornehmen hielten sieh bescheiden zurück. 10. Der Gemeiudegeist isr für das Judentum der einzelueu Genieindeglieder entscheidend. Sage nur, mit wen! du umgehst, und ich sage dir, wer du bist. Das gilt von deiner Gemeinde, daa gilt aber auch von deinen Freunden und Bekannten. Halte dich von schlechter Gesellschaft fern, Sie kann zum Grabe des Besten werden, was in dir ist. 11 seiner Freunde soll man sieh von dem Grade Bei der Ans ihrer Tlmrakenntuis leiten lasseu. Denn nur der Thoragelehrte vermittelt den Anschluss an die Schechina, der anzuhangen ונס תדבק die intimste Forderung des jüdischen Pflicbtlebens ist. Daher wird vor allem Familien* und Geschäftsverbindung mit Tlmragelehrten von den Weisen empfohlen, wie überhaupt das Siebbestäuben mit dem Staube ihrer Fiisse und das durstige Trinken ihrer Worte als eine heilige gesellschaltliche Verpflichtung gilt 12. Soll man auch bei der Auswahl seiner Freunde auf den Grad ihrer Tlmrakcnntni» selten, so dar! man sich doch hierbei nicht in den Gefühlen der Liehe beeinträchtigen lassen, die man jedem Einzelnen in Israel entgegenzubringen verpflichtet ist. Du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst. Ich finde, dass dieses Gebot schwerer zu erfüllen ist als das Gebot der Sahbatheiliguug und *lass die /ah* der Sabbatbüter grösser sein dürfte als die Zahl derjenigen, d e ihren Nächsten lieben wie sich selbst.

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