Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 7/8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jeschibah-Problem in l'ngarn 1W vorbei. Seit Jahrzehnten schon wird über den Niedergang und Verfall dieser hochwichtigen Institution geklagt: Seit vielen Jahrzehnten schon wird das ישיבת Wesen von allen Klardenkenden ala ein zur Lösung drängendes Problem empfunden. Man könnte eine eigene Monographie über all die in dieser Angelegenheit in der Presse erschienenen verschiedenartigen Vorsehläge und Ausführungen schreiben. Die Ursachen des Niedergauges der ישיבות in Ungarn sind grossenteils dieselben wie in den übrigen Ländern. Die ungarischen ישיבות gehen zurück, weil auch hierzulaude die Erwerbsmüglirbkeiteu immer schwerer werden und die Eltern, selbst die frömmeren, die ישיבה immer mehr und mehr als eine Anstalt zu betrachten sich gewöhnen, in der für die Ertüchtigung der Jugend für den auch hierzulaude immer schwerer werdenden Existenzkampf nicht Sorge getragen wird; daher führen selbst frömmere Eltern ihre Söhne immer mehr und mehr solchen Anstalten zu, wo dieselben für einen praktischen Lebensberuf vorgehildct werden. Nur dass die Frömliieren sich bemühen, ihre Söhne hierbei noch einigermassen jüdischreligiös zu erziehen und denselben privatim etwas Thoraunterricht angedeihen zu lassen, aber leider äusserst selten mit Erfolg, während die laxeren Elemente, darunter auch Hunderte, ja Tausende solcher, die selber noch in ישיבות erzogen worden sind, dem verführerischen Zauberworte v׳on den veränderten Zeitumständen die ganze jüdische Erziehung ihrer Kinder ohne weiteres preisgeben. Selbst die optimistische Hetraelituugsweise des Aufsatzes ״Das Ostjuden-Problcm“ןו muss es eingestehen: ״Es ist frei uns ein wenig anders geworden. Die sozialen Verhältnisse haben sich geändert. Und wenn man früher wirklich sich sagen konnte, dass mau sich um deu Lcbensberuf nicht allznsehr zu kümmern braucht, denn es wird schon irgendwie gehen, so hat dies durch die Wand- 11111g, die einerseits das soziale Leben der nichtjüdischeu Welt erfahren, anderseits durch verschiedene gesetzgeberische Maunahmen eine wesentliche Einschränkung erfahren. Verschiedene lierufc, die früher ganz in jüdischen Händen waren und die man 1 In den jüdischen Mon»l»hetten, 111, S. üil.