Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 3/4 (1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
3/4 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 46)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4900572-5964865-5964964--2117-4902626
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

r■ ,M .. Das .l«'s<h1bahi‘rol1lent in I 'ngnrn. --— ׳ .. . l [ «loten Menschen macht und ilit• in »1**1־ Krzichung und dom Unter- [ rieht komm Kaum <iir don _11**hrüis«*l1**na Unterricht nach alter Viitcrweise lassen. Sollen unsere Kinder denn gegen »lie übrigen Zeitgenossen an Kenntnis und Bildung zurückslchcn? Sollen sie ihnen nicht ebenbürtig gleich stehen in Kenntnis der Sprachen und Bonlien? Sollen aie im (’■eiste «len heaehriinkten (!esichtskreis der alten («lietti noch torthewahrenV Sollen sie auf alle die geistigen Vnr/.ügc der Neuzeit verzichten?" Diesen Worten, die Hirsch seinen Zeitgenossen in den Mund legt, ist zu entnehmen, dass er «lie gänzliche Vernachlässigung des Thnrastudiiims, was in unserem s|1ezi«dleu Falle eins ist mit dem Kain der ׳•ט'בלת, hauptsächlich zwei Momenten zusebrieb, einem mehr mnt«‘rialistischen und einem mehr idealistiselicu. Das inaterialistisehe Moment war der Umstand, «lass man sieh nicht mehr mit den besehciilenen Kxistonzmitteln und — Formen hegniigen konnte, wie im engen (ilietto, man wünsch e für die Kinder hessere Krworbsipiellen, als diejenigen waren, mit denen man sieh im engen fShcttn zufriedengehen musste. Die llcfiihigung und l'.rtiichtigung der Kinder fiir diese hesseren Krwerhsijuellen glaubt«* man aber mit einem intensiven Tlmrastudiiim nicht vereinigen zu können, «lalicr opferte man das Thora- Studium zu (■misten der erster«*(! auf. Der andere Umstaml war, «lass man, von «I«* 1־ modernen Kultur gehlendet, die Thorahilduug unterschätzte 11101 sie durch die tuoilerue llildimg ersetzen zu können, wähnte. Man hegann «lie ,ז־נר?‘ immer mehr und mehr als eine Stätte zu betrachten, «lie Idoss für einen Fachmann wie z. B Kabluner und «Igl. \<m lt«׳deutung sein kann, «leren Besuch aber für einen sogen. Laien woiler in materieller noch in ideeller Beziehung nützli«׳h o«l«*r erwünscht wäre. Und auch bei den Frömmeren begann man so den נד‘*"• Besuch allmählich als etwas « ntliehrliches zu betrachten und bostnble sich, so weit es eben möglich war, denselben durch «las Surrogat von einigen Stunden l'rivaiunterncht 1111• Talinud zu ersetzen. Da war 's denn mit tl«׳r alten Herrlichkeit der vorbei. Fortsetzung hdgt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.