Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 3/4 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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t her den Stand des religiösen Lebens in der Herlincr jiid. (jemcinde H7 Nun tritt Herr I’mf. Kaliseher gar mit »11t lUdiauptung auf. dass «ler Ködelheimer Siifilnr ja in sämtlielien Kcliginnssrhiilcn gebraucht werde und 111:1c!1t siel! mit* diese Weis»• niclit übel an• hcisehig, den Kewci» zu erbringen, »lass alle Keligionsschulen als orthodox anzuspreehon sind. Wir aber tragen demgegenüber: Wan wird denn ans •lein Ködelheimer Siddur gelehrt V Knie Auswahl Von solehen Stellen allgemein religiösen Inhaltes unter strengster Ausscheidung alles dessen, wo die spezielle jüdisch religiöse l'ber- Zeugung zum Ausdrucke kommt und unter deren Lieht alles andere er-t!•eben und Karbe erhält. Oder werden etwa in den Kcligionssehulen die Stellen, «eiche von Mnsehineh, der Sammlung Israels auf heiligem linden, der Wiedcraufriehtuiig des Heiligtums aut Zion, gelehrt ץ Wenn der Ködelheimer Siddur tu den Kcligionsschulen benutzt wird, so gehorcht mau dabei mehr der Not als dem ciguien Triebe. In den Kamilien. in welchen ein jiid. (JebetbiK'h überhaupt noch den Hang eines Familienbuches einnimmt, in welchen also überhaupt noch gebetet wird, benützt man aber unsere .altehr■würdige Totilla l>ie י öbetbiieher, die das Fabrikat der (iemeiude bilden, sind weder in den altjüdischen Familien anziitretTen, noch dass sie in den ucologcu Familien irgendwo lieaclituug mler gar liciiutziing linden. Ks bleibt daher den Keligioiisseliulen kein anderer \t1sweg. als beim l’nterrirhte die Ködelheimer Telilla zu benützen, aus der eben ein farbloses liestillat gebotet! wird, welches vollkommen mit dem üheieinstimnit, was die neologeu (!chethiieher entliulten. Hier ist es auch am <>rlu die Frage aid'ziiw orten. wieviele gesetzestreue Lehrer denn eigen!- lieh bei dem Religionsunterrichte au den höheren Lehranstalten lür die männliche und weibliche .liigi-nd, für welche l’osten dem •S« hul- und I'almud-Tora• Vorstände das Vorachlagsrccht zusteht. in Verwendung■ stehen י' Wold aber ist es uns bekannt, dass dort, wo ausnahmsweise solche in Verwendung standen, der Vorstand alles aufgeboteii iiat. «ns in seiner Macht stand, um sie aus ihrer S'ellung zu \cri.lrängen Selbst in dieser Kriegszeit, «o doch so grosse Not am Mann ist. zieht der Vorstand es \or, orthodoxe Italibiner beschäftigungslos horuniIa 1tf•׳n zu lassen, als dnss er es über sich gewinnen konnte, denselben die Lrtcilung des Kcligions.