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Jüdische Monatshefte · 1918-01-01 · 9 (1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
5 (1918)
Issue
9 (1918)
Date
1918-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Vom licbrn Gott. 253 u1LV.e1gl1ii1־hü«h«,n Vorzug »Irr indisrhen Lohre »«bildert. Und atiob erwnehs«,non Juden werden verlegen schweig«•!!. wenn man nie puncto Monotheismus einer griindhVhen Durehforxehung ilire.s geistig- »oelisehcn Inventars unterwirft 4.,asst einmal alle Juden de» Krdballs /u einer grossen Volksversammlung zusamnicntreten und über den Mouothcismu» diskutieren, ihr würdet »taiiuen, wie 1111- |)l1il(1su|d11seh diese Millionen Menschen, die keinen Tug ohne שמע sS־C' vergehen lassen, iilier den liehen Gott und «eine Kin/.igkeit denken. Die Meisten unter ihnen, und das sind gerade die besten, verstehen es iiherhaupt nieht. wie man über den liehen Gott »«! viel naelnlenken kann, denn Gott ist ihnen kein philosophiaeher Uegriff, den man erkennen, sondern eine Lebensmacht, die man anerkennen muss. Gott ist ihr llurrxeher. dessen Herr»« halt sie sieh schweigend unterwerfen. Khenso einfach und selhstverstiind• lieh ist ihnen die Kin/.igkeit Gottes. Km gieht sellistredend nuir einen liehen (•olt. Wie kann man denn viele Götter liehen V \her die alten Griechen und Itömer haben es doch getan! Das i't nieht wahr. Die haben Idos von vielen Göttern phantasiert. Geliebt liahen sie nicht einmal einen. Denn liehen kann man nur einen Gott. Geliebt kann dieser Gott als ein/.iger nur so werden, dass mau vor allen Dingen allen Wecliel des Geschicks ihm znschreiht. Das verstehen die wenigsten. Wir merken es in dieser Kriegszeit. Dass der liehe Gott /.ugleieh ein Gott des Glühens und Welken», des Itesit/.ens und Verlieren»!, des Tages und der Nacht, de» Gemessen» und Darben», des Steigen» und Fallen», de» Werden» um) Vergehen», des Lehens und Sterben» ist. da» wird wohl »ehr oft gepredigt aber selten erlebt. Ks gieht heute »ehr viel Men»ehen, die mit dem liehen Gott direkt böse sind. Sie sind nicht zufrieden mit »einer politischen Wallung. Sie haben »ich »eine Allmacht anders vorgeatellt. Gott verhält »ich׳ in diesem Kriege nach ihrer Meinung /.u passiv Kr greift nieht ein in den Lauf der Dinge. *Statt deii Frieden zu er/.wingen, lässt Gott die Menschen gewähren und ״sit/.t im Himmel und lächelt". I ber diese» ruhige Idicheln Gotte» zu dein tuichtbareii Wejtgcüiiheheu unserer Tage ärgern sich die Meus« heu; und viele unter ihnen hüben ihm die Freunil

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