Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 9 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4900572-5964862-5964956--1898-4902412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vom lieben < iott. •iS2 Vom lieben Gott. Iu dei> letzten limitiert Jahren sind eine Mas.!• von jlialiselieu Büchern, Broschüren und Zeitschriften erschienen, die vom .Indentum handeln und in welche!! sehr tiefsinnig und ausführlich iiher alle möglichen mit dem Judentum /.usammenhängende Dinge ge- Sprüchen wird, die aller *loch im wichtigsten!’unkte, dem Breunpunkte des jüdischen Denkens und Lehens, versagen. In der modernen jüdischen Literatur ist von allem mügliehcn die Bede, nur nicht vom — liehen (iott. Das heisst, das Wort (iott wird auch da sehr oft geschrieben' und gedruckt, ja ein so bedeutender Mann wie Hermann Cohen den auch im (jenicli der Orthodoxie stehende Menschen als grossen Juden zu verehren pflegen, ohne doch, was sehr inkonsequent ist, den Mut zu haben, von Hermann Cohen זצ׳ל zu sprechen) hat den (Hauben an den einen (iott in Verbindung mit der Messiasidce iu den Mittelpunkt seines Judentum mit Deutschtum verbindenden Denksystems gestellt, aber so viel auch von (iott in dieser modernen jjidischen Literatur die Hede ist. unser alter lieber Oott, den w ir als Weltsehüpfer, Volks-!)•■freier, ThoraotTenbaf-er anerkennen und zu dem wir beten sollen, ist es nicht. Dieser liehe Oott will nicht erkannt, sondern anerkannt sein, und der Weg. der zu ihm tiihrt, ist nicht die philoftnphische Spekulation, sondern das Beugen des Nackens unter das Joch seiner Regierung. C'Str ,"•:קני‘". ע יל דל. Iu allen Kcligioiisschulcu wird den jüdischen Kindern mit grossem Pathos der Stolz aut den jüdischen Monotheismus beigebracht. Wisset, liebe Kinder, während die alten (;riechen und Römer an eine Vielheit von Cöttcrn glaubten, haben wir Juden seit!eher immer nur au einen liotl geglaubt. Hierbei macht der Lehrer ein sehr stolzes (»csiclil und sucht auf dem Wege piidagogischer Suggestion den Stolz auf den jiblisrlictf l.ingolt iu die Seele •lei aufbori henden Jugend zu senken. Die wciss aber mit dem besten Willen mit der monotheistischen Idee nichts gcschcidtcs aiiztifuugen. Die kunu cs nicht ▼erstehen, was denn das so lieson׳ ders grosses und *erhabenes sein soll, was ihr da der Lehrer als