Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 11 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Christentum. 335 folgen und insbesondere mit der Frage uns zu beschäftigen, was sich vom Standpunkte des Judentums über die weitere Entwicklung des Christentums bis aus die Gege-nwart-sag«»— — lässt, so wollen wir uns doch in die inneren dogmatischen Nöte des heutigen Christentums nicht einmischen. Nur eines wollen wir noch zum Schlüsse betonen. Es ist bekannt, das* die Kirche in der Gegenwart lange nicht mehr den Einfluss besitzt, den sie in früherer Zeit gehabt hat. Schuld an diesem Schwinden ihres Einflusses ist vor allem der uralte (»egensalz zwischen Glauben und Wissen, zwischen Religion und Kultur, ein Gegensatz, der eben in der Neuzeit viel schärfer geworden ist, als er in früherer Zeit war. Es ist] nun erschütternd zu sehen, wie gerade die unjüdischen Elemente des Christentums es sind, die in ihrer Unverträglichkeit mit der Wellkultur bei hervorragenden Christen — ich erinnere nur an Naumann — einen'Zerfall mit ihrer Religion herbeiführen. Wohl sind innere Nöte auch uns nicht fremd. Sie dürfen und werden aber niemals so stark sein, um den uns allen gemeinsamen Stolz auf unser«* grosse jüdische Vergangenheit zu erschüttern. Denn nicht Selbstüberhebung ist’s, son- «lern ein Gebot geschichtlicher Wahrhaftigkeit, wenn wirjudäa als die Wiege der Weltkultur bt*lracht(*n. K. B.