Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 11 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Christentum. xii Namen ״Corbona" Opfer trug Und wenn in den apostolisehen Konstitutionen die Christen verpflichtet wurden, von ihrer Habe die Krutlinge und •den Zehnten zu »[)enden, so haben sie auch dieses nicht aus den Fingern gesogen, so haben sie auch dieses dem Judentum entnommen. Der Un• terschied zwischen jüdischer und christlicher caritas besteht bloss darin, dass die ״apostolisch•■“ Forderung ״Maaser“ zu [;eben,, in jüdischen Kreisen immer noch strenger eingehalten wird als in christlichen, was leicht zu beweisen wäre, wenn sich die Statistik nur einmal entschliessen wollte, nicht bloss die Juden, sondern auch das von Juden Geleistet•• Ztr zählen. IV. Der Gegensatz zwischen antiker und christlicher'Weltanschauung: darin haben wir iit erster Linie den Kiulluß des Judentums auf die Weltkultur zu sehen. Ks war׳ aber eine ungeschichtliche Vorstellung, wenn wir den Kinlluß des Ju dentums auf die Weltkultur nur in dieser Herausarbeitung eines Gegensatzes Zwischen antiker und christlicher Weltan schauung erblicken wollten. Denn das weltgeschichtliche Verdienst des Christentums besteht nicht bloß darin, die ver- leiblichen Klemmte der antiken Kultur überwunden, sondern auch ihr• guten Klemmte in die Neuzeit hinübergerettet zu haben. Als zur Zeit der Völkerwanderung das damals noch wirklich barbarische, weil rohe und rauh•■ Germanentum mit seiner urwüchsigen Kraft das römische Weltreich berannte, da waren auch die wertvollen [Bestandteile der allen Kultur in Gefahr, für alle Zeiten vernichtet zu werden Ihr Kelter war und zu ihrem Beschützer wurde •Ins Christentum, welches die unkultivierten Germanen in sein! I ehre nahm, um si<׳ durch religiöse Unterweisung für hoher•• Dinge empfänglich zu machen. Aus sich selbst heraus hätten die Deutschen niemals zur Hohe ihrer heutigen Kultur sich entwickeln können, wenn sie nicht das ganze Mittelalter hindurch beim Christentum in di«• Schule gegangen wären. Welche Mittel waren es aber, mit welchen das Christentum dje barbarischen