Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 11 (1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
11 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4900572-5964860-5964946--1617-4902137
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Vom ('hristrnturn. :<32 einen (Jott haben. es etwas, was sie innerlich zusammenhält und sie aus einem Rudel wilder Tiere in eine Fa• milie von gesitteten Menschen verwandelt. Hüten wir uns, den hmfluss dieser grossen jüdischen tder aat die Welt* kultur zu unterschätzen■ Man pflegt die Antike im Hinblick aui die Zeit der Renaissance als die Wiege «l»־r modernen Weltkultur zu bezeichnen. Ks ist nicht wahr. Wir könnten uns die moderne Weltkultur viel leichter ohne (Griechentum als ohne Judentum «lenken. Das künstlerisch bewegte und orienli«־rle (iriechentum hat die Schönheit des menschlichen la ibes entdeckt, das religiös bewegte und orientierte Judentum hat die Schönheit der menschlichen Seele entdeckt. Was wäre aber die Weltkultur, wenn ihr gerade die Eiemente fehlten, die dir aus der Schönheit der menschlichen Seele erblühten i ber die I 'nverlierbarkeit dieser Seelenschönheit dürfen wir uns kein«•!־ Täuschung huigeben. Selbst in dem blutigen (iraus der (iegenwarl verleugnet die Seel«־ ihre Schönheit nicht. Denn so furchtbar dieser Krieg ist, so gewiss er auch den Anschein des Bankcotls der Wdtkullur er* weckt, und so g**wiss unsere heutige fieneration (ielahr läuft, durch I berspannung des nationalen < lefühles den Begriff der Menschheit wieder zu v«־rlieron und damit wieder in di«־ Marbarei des Altertum*, zurückzulallen, so wird doch Jedermann zugeben, dass z 11. all die reinmenschlichen (irosslaten, die;!ul dem < iebicte der sozialen Kiirsorge geschehen und noch geschehen werden, ••benso viele Beweise für die l'n/erslörbarkeit der sozialen Ethik im Kreise der Menseie n sind. Ks giebt aber keim׳ soziale Ethik, die. wenn sie diesen Namen wirklich verdient, nicht im Judentum ver wurzelt wäre. Ist es denn ein Zufall, dass di«* jüdische Wohltätigkeit inen (ilanz ausstrahlt, der selbst das Auge unserer (iegner blendet V Die christliche Kirche ist mit Recht stolz auf die Wohltätigkeit, auf «lie caritas. die sie seit den l agen ihres Stifters übt. Wo hat sie diese caritas ge• lernt ' 1111 ludeMum. Ks war kein Zufall, dass in urchristlieber Zeit du׳ christliche (icmcindckussc den hebräischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.