Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 11 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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323 Vom Christentum. Vom Christentum. Willkürliche Meinungen, die ilus Wesen des Judentums_ tur zu trüben geeignet sind, müssen unbedingt von der Hand gewiesen werden. Diese Forderung gilt auch für die Beantwortung der Frage, worin der Kinlluss des ludentums auf die Weltkullur besteht. Dieser Kinlluss wird gewöhnlich sehr ־׳inseitig erfasst. Man lässt sich hierbei in der Regel von sehr materialistischen Krwägungen leiten, indem man sich auf die Prüfung der,Frage beschränkt, worin der Kinlluss der Juden auf die materielle Kultur der Menschen besteht So beobachtet man z. B. den jüdischen Kaufmann und schreibt nach berühmtem Vorbild ein dickes Buc h über den Kinlluss der Juden auf das Wirtschaftsleben. Man zählt die jüdischen Künstler und Politiker und bemisst danach den Kinlluss der Juden auf Kunst und Politik. Man erfährt, »lass ein Jude es war, der zu Beginn des Krieges Deutschlands Rohstoffversorgung sicher stellte und zieht daraus den Schluss, welch »*inen Faktor »ler Landesverteidigung die jüdische Intelligenz darstellt. Man konstatiert, dass von 14 »b utschen Träg» rn des Nobelpreises die Hälfte Juden sind, dass »lie W»־ltmeislerschalt im Schachspiel in der letzten Zeit dreimal von einem Jutlen errungen wurde und man schliesst daraus, »lass <li<־ W»־ltkultur verarmen müsse, wenn ihr der jüdisch»• Kinschlag fehlen würd»•. S<» gewiss aber auch »liese statistischen Fest• stellung«‘n ebenso interessant wi<• bezeichnend für d»־n Kinlluss »l«־r Juden auf die Weltkultur sind, so müssen wir uns »loch hüt»‘n, Jutlen und Judentum ohne weiteres zu identilizieren. Das Judentum als sol«‘hes hat unmittelbar weder mit * »lern Rohstoff no» h mit dem Schachspiel et was /.u tun. Wenn wir »len Kinlluss des Judentums auf die Weltkultur festslei• len wollen, so haben wir nicht »lanach zu fragen, was »•in- /eine hochbegabte Menschen, di»• zufällig als Juden geboren -ind. zur För»lerung »ler Kultur beigetrag» ri halten, wir halten dabei vielmi hr »las Judentum in seiner historischen Kr-