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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 10 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
10 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Der schöne Arthur. 2<« Hein, der gerade mit seinem Tefillinbeutel unterm Arm nach dem Gotteshause wallte. Das Stilwidrige in diesen Vergnügungen vermochte er night 4» wittern. Im Gegenteil: Wenn er. vom Tanze recht erhitzt, eine kleine Erfrischung genehmigte and dabei den Arm um aein Hinterliaupt legte, um bedeckten Hauptes die vorgeaehriebene Henediktion zu sprechen, 80 empfand er diene plötzliche Verwandlung den Halllokals in ein GotteshauH als ein wahren ״Kidusch llani'liem*. Weit entfernt, dem schönen Arthur in seinen Heiratsaussichten zu schaden, erwiesen sich ihm vielmer diese Hotten Allüren recht förderlich darin. Er galt, wie gesagt, als eine gute Partie. Ein gebildeter Mensch, ein tüchtiger Geschäftsmann, ein Pionier des Judentums und dabei1. durchaus kein: ״Eckmuater" auch—in gesellschaftlicher Beziehung — Herz, was willst du mehr! Lang suchte und wählte er. Am Ende verlobte er sich doch. Es war ein schönes, frommes, intelligentes Mädchen. Wie geschaffen passte sie zu ihm. Die Hochzeit sollte nicht zu weit hinausgeschoben werden. Es galt darum, recht bald alle nötigen Vorbereitungen zu treffen. An den Vereinsabenden nahm der schöne Arthur um diese Zeit nicht teil. Dafür liess er sich an einigen Abenden der Woche von einem Mitgliede der ״Schass- Chewra" wichtige Abschnitte aus dem jüdischen Ehegesetz zum Vortrag bringen. Mit einer Cigarre sasa er dabei und prüfte das Vorgetragene mit dem Feiugeschmack des Inhabers einer jüdischen Welt- und Lebeusanschauung. Nein, dieser Talmud — fahr es ihm mehrmal durch den Kopf l'nd als beim Herannahsn des Hochzeitstages die Vorträge ihr Eude nahmen, da war er von der Inferiorität der talmudischcn Geisteswelt, Hie so herzlich schlecht zu deirf seinigeu passte, so fest überzeugt, wie noch nie . . . . Und als er bei der Trauung mit dem Stolze eines Siegers zum Baldachin schritt, da war im Gedanken das gesamte Publikum einig darin, welch ein idealer Menscli der schöne Arthur sei. Z

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