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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 9 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
9 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Das Bachwpklonbl.lttchen 2 t >2 dere wie«|pr sind gar nicht vornehm und begnügen sich mit der dritten Klasse, während die ganz gewöhnlichen Menschen oft mit einem Stehplatz in der vierten Klasse vorbei) nehmen müssen. Das sind die plebejischen Hachweidenmensehen, die vom Schicksal so rücksichtslos zerzausst zu werden pflegen, wie jene armen Arowaus. am I loschanorabbo, an welchen Radaulustige, seitdem das I lamanklopfen am Purim infolge neuzeitlicher Ordnungsliebe über schüchterne Auftakte nicht mehr hinauskommt, umso gründlicher ihr Mütchen kühlen, während der Esrog, dieser dicke, verwohnte, verweichlichte Esrog in einer silbernen Büchse ein bequemes Dasein führt und auch dann, wenn er beim Lulowschütteln mit den Andern von der zweiten, dritten und vierten Klasse zusammentrifft, nicht vergisst, was er an Distanzwahrung seinem Adel schuldig ist, indem er eine ganze Hand — wie der Reiche seine eigene Villa — für sich beansprucht, mögen sich die drei anderen in der zweiten Hand noch so dicht im engen Raum — wie die Armen in der Mietskaserne — zusammenpressen müssen. Diese Unterschiede zwischen reichen und armen Mensehen werden wohl niemals verschwinden, solange es auf der einen Seite Menschen geben wird, die vom Schicksal begünstigt und auf der anderen Seit«' Menschen, die vom Schicksal benachteiligt־ werden. Auch in der Pflanzenwelt sind diese Unterschiede da, nur hat man nie gehört, dass da auf dem Wege blutiger Gewalt natürliche Höhen zu senken und natürlich«־ Tiefen zu heben v«*rsueht' worden wan n. Diese gleichmacherischen Bestrebungen sind eine Kigentümlichkeit der Menschen, die den Eingebungen ihrer sogenannten Vernunft sklavischer folgen, als den Lehren d«‘r (!«,schichte und Rtdigion. Wie viele Illusionen blieben den Menschen erspart, w«־nn sie in ihren Anschauungen und Drteihm weniger auf die Vernunft und m«‘hr auf geschichtliche un«I religiöse Lehren *hören möchten! Da würden si<* gar oft «lie Dinge ruhiger und klarer s«־hen, statt sieh von allerhand Spiegelungen «1er Phantasie täuschen und narren zu lassen

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