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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 8 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
8 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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250 Soziale Ethik, * 17. Einen Tlmragelehrton iu seine« geschäftlichen •Unternehmungen zu fordern, bedeutet keineswegs — wie mancher real *lenkende Geschäftsmann glauben mag — eine seltsame Verquickung von Geschält und Religion. solidem ist religiöse Pflicht, die mit dem Gedanken einer Aristokratie des Geistes Emst macht. Geschäft ist Geschält? Nein, meine Herren, Ihre Frömmigkeit ist keinen Ptilferling wert, wenn Sie aus Ihren Geschältsräuiuen die soziale Ethik verbannen, und Ihr Judentum steht auf thönernen Fiissen, wenn Sie den הורידי die Kangstellung versagen, die ihnen auch im geschäftlichen Leben im Sinne der Thora gebührt. £ 1*. Denken wir uns den Fall, ein .Mann und eine Frau betinden sieh in Gefangensehalt, und die Räuber gehen sie nur gegen Löse geld frei. Das Lüsegeld, welches aufgebracht werden konnte, reicht al>er nicht für beide. Wer muss znriiektreten, der Mann oder die Frau? Das moderne Bewusstsein wird alsbald eine Entscheidung bereit haben; Natürlich der Manu, einer Dame gehört der Vortritt. Zu den charakteristischen Merkmalen des jüdischen Bewusstseins gehört es aber, *lass es nicht durch Kemiuiszenzen an di** Zeit der Minnesänger beschwert ist, sondern, wie alles im Lehen, auch Fragen des Vorrangs ■/.wischen Mann und Frau *len ewigen Massstäben der Thora unterwirft. In unserem!'alle ist *lie erste Frage des Ge setzen: Ist *las Lehen des Mannes, ist die Sittlichkeit der Frau geliihrdet. Ist das Lehen des Mannes in Gelahr, dann muss die Frau zurücktreten, ist die Sittlichkeit der Frau bedroht, dann muss der Manu zurücktreten. In einem solchen Dilemma darf nicht gc- Iragt werden, welchen Verlust erleidet eine Familie, die Menschheit et»־., sondern die Frag*• kann lediglich objektiv gefasst werden: Welchen Verlust erleidet *lie Tlmra, wenn entweder der Mann oder die Frau geopfert wird. Und «lie Antwort kann nicht anders lauten als: *lurclj den Tod eines Mannes, dessen jüdischer JMliehtenkieis grösser ist als der *ler Frau, erleidet die Tlmra eineu Verlust, dessen Grosse nur iibertrofYen werden kann, wenn eine Frau das * Diadem ihrer sittlichen Kciuheit verliert. R, R Fortsetzung folgt.)

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