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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 7 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
7 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Von unserer Jugend. 211 Abschied von der Jugend, die für ihr Gefühl mit all ihren Farben und Reizen am Hochzeitstag in die graue Einöde einer unsäglich langweiligen Philisterhaftigkeit versank. Hier zeigte sich eine klaffende Lücke in der jüdischen Anschauung unserer Jugend von Welt und Lehen. Ihr nvur der Junggeselle kein minderwertiges Geschöpf, dem es nach dem alten Frankfurter Minhag sogar verwehrt ist. sich im Gotteshause mit dem Tallis zu bekleiden, sondem der normale Tvp aller zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr sich Jumnielnden und amüsierenden Menschheit. Ihr war die Ehe nicht Anfang, sondern Ende, nicht Erfüllung, sondern Verzicht. Ist es ein Wunder, wenn junge Leute, die oft jahrzehntenlang in den modernen, sattsam bekannten Junggesellenanschauungen und •gewohnheiten leben und weben, untauglich für eine wahrhaft jüdisehe Ehe wurden, die in reichem Kiuderscgen den Zweck ihrer Gründung sieht? Zu den Kassandrarufen des Herrn Dr. Theilhaber, der den Untergang des deutschen Judentums nur als eine Frage der Zeit betrachtet, lieferten auch orthodoxe junge Herren allerhand statistisches Material. Was tale.1 nun aber unsere massgebenden Kreise, um die Jugend, die ihnen, unter der Hand zu entgleiten drohte, an das orthodoxe Judentum zu fesseln? Sie gingen bei den Zionisten in die Schule und machten aus der alten, der Jugend langweilig ge* wordenen Thora ■ein politisches Programm. Sie kamen dem ״Hetätigungsdrang", wie man Grossmaunssucht euphemistisch zu um• schreiben pliegte, der Jugend durch Schaffung relig' er Arbeitsgelegenheiten entgegen, damit unsere jungen Herren, die sich nunmehr im Dienste der Gesamtheit betätigen konnten, auf keine schlechten Gedanken kommen. Alles was da zwischen dem 18. und 40. Lcliensjahrtj kreuehte und fleuehtc und eine schwarze Aktenmappe besann, konnte und durfte tiir die Agndas Jisroel arbeiten. Nicht die Resten und Reifsten, nicht die* Harmonischen, nicht die längst mit sich und der Thora ins Reine־ Gekommenen.’ sondern gerade " . die• erst au der Aguelas Jisroel zti einem barm genesen sollten oder wollten, drängten sieh heran. Sie galt als das grosse Lchensrlixir für Schwankende und Kranke;, als das Rindcmitted. womit ilie• halb 86990 71968

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