Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 6 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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11V. Das jüdische Kricgsrrcht und die Frau. wendung kommt, sind zwei Momente, die uns klar und deutlieh zeigen, wie weit *1in Volk sieh die Kultur und Menschlichkeit zu eigen gemacht hat, wie weit hei ihm die tierischen Instinkte kultiviert worden sind. Gerade der grosse Krieg zeigte uns, wie richtig unsere Weisen geurteilt halten, indem sie «las Verhalten im Zorn als Massstalt für den Kulturstand des Individuums sowie eines Volkes und!einer Nation gesetzt haben. Wie halten wir unsere Auffassung und unser L'rtcil gewissen Völkern gegenüber im Laufe des grossen Krieges geiiudert! England und Frankreich halten sieh bis zum Kriege, wegen ihrer holten Kultur und Zivilisutimr der Achtung und der Verehrung der ganzen Welt erfreut. Aber ihr unmenschliches. Vorgehen auch gegen Schutz- und Wehrlose liess uns erkennen, dass die Kultur und die Kildung das Herz und das Innere dieser Völker noeh nicht ganz ergriffen, noch nicht ganz durchtränkt haben. Die göttliche Gesetzgebuifj Mer Thauro hat auch den Kriegsfall in ihren Kähmen gezogen. Sic bat verschiedene Gesetze für ein kriegerisches Fnternelnneu, für Eroberungen und L’nterwertuugeu feindlicher Völker vorgesehen. Eine Feststellung, welchen Schutz und welche Rücksicht die Thauro auf Wehrlose, aut Frauen und Kinder nimmt, ist für die ethische Auffassung der Thutiro sehr wichtig .— Die ethisch-humane Höhe der biblischen Gesetze mit dem MassStab der biblischen Kriegsgesetze feststellen zu wollen, scheint vorerst sehr gewagt. Denn die hauptsächlichsten Kriege, die der -güttlirhr־־ Gesetzgeber bei׳ der Verordnung׳״׳des' Kriegsgescfzes~vor Augen hatte, waren gegen Heiden geführt, die aut der denkbar niedrigsten Stute der Sittlichkeit standen. Gegen tierartige Völker können keine huuiunc Gesetze erlassen werden, ebensowenig, wie irgendwo gegen die Franktireurs riiek*irhts\nll vorgegangen wird. Leute, die jegliches .Menschenrecht mit Füssen treten, dürfen aut menschliche Itehandlung keinen Anspruch erheben. Eben daher muss jode ' scheinende .Massnahme des biblischen Kriegsgesctz.es mit Rücksicht auf die \ ״Iker, gegen die sie sielt wendet, beurteilt werden, liei jedwedem Anlass weist die Thauro auf die sittlich! und moralische Verkommenheit der kntiauäischcn Stämme hin. 7289