Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 6 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der kuriöBt׳ Mah’rscfia und der ־güte'Tcta.'— Warnung vor dem grossen Missbrauch, der mit <lcm sögenannten Ruten Ton getrieben wird, läuft der Artikel des Herrn ׳ץ, hinaus. Vielleicht erscheint es Herrn i)r. ('arlebach nicht ״als zu viel Khre“ für Herrn V.. ־'ich noch einmal in dessen Ausführungen zu vertiefen, dann möchten wir ihm empfehlen, mit besonderer Andacht die Schlusssätze dieses ״Artikelchens“ zu studieren. ״Wer hat Schuld an der scharten (Jegnerschafl, die gleich bei seinem Kntstehen der Austritts- Redanke fand? Der gute Tön. AVer hat die KnlstehunR des־ Misrachi, ‘die universellen Aspirationen der Gemeinde• bundskreise erst möRlich gemacht? Der Rute I on.“ Wer diese Sätze richtiR verstehen will, der wird sie auch verstehen. So Rut wie es Auswüchse des schlechten Tones Riebt, so Rut Riebt es auch Auswüchse des Ruten Tones. Wer aus iinRstlicher Scheu, den Heger irRondwie persönlich zu verletzen, die Sache preisgi^bt. wer lieber suaviler in re als fortiter in modo ist, der ist ein Fanatiker des Ruten Tones, weil er um den Preis sachlicher Konzessionen die Vornehm' heit in der Form zum Leitmotiv seines Denkens und Handelns erhebt. Man kann darüber streiten, ob nur der sorcnannte Rute Ton die Hegnerschaft gegen •len Austritt, die KnlstehunR des.Misrachi usw.. wie ץ’, meint, verschuldet hat• Dass aber die Scheu, die Kreise des liberalen Judentums dadurch persönlich zu verletzen, dass man dem liberalen Judentum die religiöse (iemejnschaft und (ileichberechtigung aufsagt. dass die Angst, durch Hekämpfung des Misrachismus die Misrachisten zu verletzen usw., sehr viel zur Zersplitterung der Orlhodöxu7 heigetragen hat und noch heute zur Lahmlegung aller Versuche. eine orthodoxe Kinheitsfront zu schaffen, beiträgt, das wird von jedem Kenner der einschlägigen Verhältnisse ohne weiteres /!!gestunden werden, Hiebt man aber die Notwendigkeit einer entschiedenen Vertretung des orthodoxen Standpunktes im Interesse der Keinerhaltung des jüdischen Denkens und Fühlens zu, wird es im orthodoxen Judentum ein Polemik geben müssen, solange wir auf allen Seiten eine gefährliche Übermacht abzuweisen haben,