Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 5 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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רירויי״י■ י •יי ד 4ר^ו וי. ■1L Die Neuorientierung des deutschen Judentums. 141 (icrade l»ei den ״Altjüdischen“. den Unmodernen, die dem Kampf der Ideen lern-Stauden, da für sie die Kelorinbewogung in ihrer in der Moderne wnrzelnden Kigeuart nielit einmal naehdenkhar-•war, hat der Austritt den meisten Widerspruch gefunden.- Alter iihcr diese Wenitren, die— leicht erklärbar! — nicht nur zu der Ifeform, sondern auch zu ihrem grossen Bekümpfer kein rechtes Verhältnis hatten, wären die letzten vierzig Jahren längst hinweggeschritten, wenn nicht noch andere, weit bedenklichere Umstände hinzugetreten wären, den vorhandenen (Jegensatz zu vertiefen und zu verewigen. Die Zeit nach dem deutsch-französischen Krieg war Ideen nicht gijnstig. Bismarcksehcr Wirklichkeitssinn griff' über die Politik hinaus auf das ganze geistige Lehen über. Kino Ideenmiiiligkeit wuchs jMiipor, rin starkes Misstrauen gegen die Autarkie der Ideen, verbunden mit dem Verlangen, in der Welt der Tat- Sachen schnell, möglichst schnell Krbdgo zu sehen und zu Macht und Kilifluss zu gelangen. Durch Klugheit hoffte man mehr zu erreichen, als durch den fruchtlosen Kampt der Ideen, durch schonende Verhüllung vorhandener Disharmonien weiter zu kom-_ men, als durch ihre schonungslose Krörterung. Fin de siede. — Das Würzburger Wort von der Ilereinigung durchL praktische Leistung'׳schlug in diese Atmosphäre — dem Urheber ganz unliewusst - wie ein befreiender Blitz ein. Da fand man ja. was man wollte. Hier war der Wog geebnet, der aus Tausend nnfruchtbaren ideologischen Bedenken zur befreienden Tat fiibren konnte.. Hier war die Möglichkeit gegeben, statt ängstlicher Flucht in den Winkel mit der Neologie zu paktieren und sie zu nützlicher Tätigkeit unter konservativer Führung zu bewegen. Zu den Unmoderneil' fratcTi“ so itte Übermodernen. tne־ Männer von gestern erhielten Verstärkung durch die Männer von morgen. — ■ — Die Ideenmüdigkeit führte aber nicht nur zur bedenkenlosen, in mehr oder weniger neutralen Organisationen sich aiislebenden Tat. In dem steten Streben, das (ieniemsame,!las Verbindende vorzukehren, und das Trennende, das Tatenstorondc vorsichtig zu verschleiern, in der zur steten tiewohnheit werdenden Duldung des religiös (iebrandmarkten gelangte man langsam und unincrk- 5181